Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste bei den Alten: Die Völker des Orients
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-834627
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-836219
Volk 
und 
Land. 
107 
Zur 
Zeit 
Alexanders 
des 
Grossen 
erscheinen 
sie 
schon 
als ein hochgebildetes Volk, fast mit denselben Zügen, 
welche dreizehn Jahrhunderte später die Muhamedaner 
an ihnen wahrnehmen, ja selbst von dem heutigen Zu- 
stande nicht auffallend verschieden. Allein Sprache und 
Litteratnr geben eilt sicheres Zeugniss, dass sie auch 
schon viele Jahrhunderte vor Alexanders Siegeszug ge- 
blüht haben. Besonders derjenige Dialect, Welcher jetzt 
nicht mehr gesprochen wird, in dem aber ihre heiligen 
Bücher geschrieben sind, das Sanskrit, steht in einer 
merkwürdigen Verwandtschaft mit mehreren. andern Spra- 
chen, namentlich der Griechischen, Lateinischen, Gothisch- 
Germanischen, Lithauischeil und Persischen. 
Aus den eigenthülnlichen Uebereinstinnnungen mit 
diesen, an sich so verschiedenen Sprachen geht hervor, 
dass sie alle einer Familie angehören, und dass das 
Sanskrit, wenn man es auch nicht als die Mutter, sondern 
nur als eine Schwester der übrigen ansehen kann, den- 
noch bei der Trennung jener Griechischen, Italischeil und 
Germanischen Colonieen, schon völlig ausgebildet war, 
und selbst einen hohen Grad philosophischer Feinheit 
erlangt hatte i). Wir werden hierdurch auf ein hohes 
Alter dieser Sprache zurückgeführt. Dies bestätigt denn 
auch ihre Litteratur, nicht bloss durch ihren Reichthum, 
sondern durch die grosse Verschiedenheit ihrer Bestand- 
theile. Die ältesten ihrer jetzt erhaltenen Bücher sind die 
Veda's, eine Sammlung von Religionsschriften, Philosoe 
ü) v. Bohlen, das alte Indien. Th. II. S. 434. Nach Bourn0ul"s 
neuesten Ihrschungen sind Sanskrit und Zend (die Sprache der allen 
Perser) nahe verwandte, doch selbstständige ldiome, an welche sich dann 
die europäischen Sprachen so anschliessen, dass das Klassische (Grie- 
vhisthc und Lateinische) dem Sanskrit, das Gothiscln-Germanische 
dem Zend Iläiler steht. S. Ritier a. a. Ü. Th. S. S. S3.
        

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