Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste bei den Alten: Die Völker des Orients
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-834627
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-836197
Charakter 
des 
Volkes. 
Ein völlig entsprechendes Bild der grössten Mannig- 
faltigkeit, der Mischung des Edelsten und Verächtlichsten 
bietet die heutige Bevölkerung dieses weit ausgedehn- 
ten Landes dar. VVenil die historische Ueberlieferung 
hier, wie bei allen Asiaten, unsicher ist , so zeigt dafür 
die Gegenwart in den verschiedenen Völkerstämmen, 
die das Land gemischt bewohnen, die Erscheinungen 
entfernter Jahrhunderte nebeneinander, gleichsam die 
Geschichte, aus dem Zeitlichen in den Raum versetzt. 
Den Hauptkern der Bevölkerung bilden zwar die Hindu s, 
wie wir sie nennen, das Volk des Brahma, aber wenn 
wir nicht schon in ihren verschiedenen Casten verschie- 
dene Völker erkennen wollen, welche durch Lehre oder 
Sieg sich übereinander erhoben, so giebt es jedenfalls in 
den Plochgebirgen und den unzugänglichen Wäldern noch 
Völkerstänlme, welche sich nicht bloss durch den Man- 
gel an Cultur und durch rohen Fetischdicnst, sondern 
auch durch abweichende Körperbildung und Farbe als 
die Abkömmlinge einer ältern Population, als Aboriginer 
des Landes, zu erkennen geben. Dahin gehören jene 
schmutzigen und wilden Gonds im Norden desDekan, 
welche kaum Ideen vom höchsten Wesen haben, Echo und 
Flüsse anbeten, dahin ferner in den Nil-gherri-gebirgen 
des Südens das schöne und einfache Hirterivolk der 
Tuda. Ebenso hat sich aber eine jüngere Völkersehieht, 
die mongoliseh-nruhamedanische, fast über das ganze In- 
dien gelagert, dünner zwar wie die der Hindus, aber doch 
zahlreich, und in sich selbst, nach den vielfältig wieder- 
holten Eroberungszügen von fünf bis sechs Jahrhunderten 
nlannigfach abgestuft. Daneben bestehen noch Colonieen
        

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