Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste bei den Alten: Die Völker des Orients
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-834627
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-836143
Indien. 
bilden 
und verwandten Aegyptens. Diese Völker bil: 
eine Vorgeschichte der Kunst. 
Nicht überall ist die (Zivilisation mit dem 
daher 
Sinne 
fü r 
die Kunst verbunden, und nicht die gesammte Culturge- 
schichte Asiens gehört zu unserer Aufgabe. Gleich an 
der Schwelle der Geschichte finden wir jenen Gegensatz 
zwischen den Völkern einseitiger Verstandesrichtung und 
überwiegender Phantasie, den wir in der Einleitung be" 
rührten, und zwar in seiner grössten Schärfe vor. Zwei 
Länder Asiens haben ungefähr gleiche Ansprüche auf 
eine uralte Cultur, China undlndien. Bei beiden verlieren 
sich 
nicht 
bloss 
die 
einheimischen 
Nachrichten 
die 
entferntesten Jahrhunderte, sondern wir können auch , 
wenn wir diesen prahlerischen Ueberlieferungen den Glau- 
ben versagen, aus der Gestalt ihrer traditionellen Satzun- 
gen, aus Sprache und Schrift, aus Beziehungen und Ver- 
gleichungen mit andern Vjilkern auf das höchste Alterthum 
ihrer Civilisation schliessen. Beide aber bilden entschie- 
dene Gegensätze; während wir in Indien die erste aber 
auch jugendlich frische Gestaltung höherer Anschauungen 
entdecken, steht China als die abgesonderte, mitthei- 
lungslose Stätte einer einseitigen, nur auf gemeine N ütz- 
lichkeit gerichteten Bildung in der Geschichte. 
Wenn überall die Natur der Länder einen wesent- 
liehen Einfluss auf die geistige Richtung der Völker hat, 
so gilt dies besonders von den frühesten Anfängen geisti- 
ger Bildung. Die chinesische (Zivilisation hat ihren Ursprung 
im Flachlande, in den Niederungen zwischen den Aus- 
flüssen zweier riesenhafteil Ströme. Hier ist das Land 
mühsam dem Wasser abgewonnen, von Kanälen durch- 
schnitten, zu einer einseitigen Bebauung fruchtbar, durch 
den Mangel nlannigfaltigerer Producte zur Erfindung und
        

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