Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste bei den Alten: Die Völker des Orients
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-834627
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-836012
Die 
Kunst 
in 
der 
Geschichte. 
87 
Genien ist, so wenig verdeckt sie uns das Innere des 
allgemeinen Geistes; denn der ist der grösste Künstler, 
der (so weit es seine Kunst erfordert) sich in den Geist 
"seiner Zeit und seines Volkes versenkt, und wahre 
Künstlernaturen verbinden mit der höchsten Wärme und 
Eigenthümlichkeit eine vollkommene Durchsichtigkeit des 
Wesens. S0 sehen wir in den glänzenden Epochen der 
Kunst durch die freien Werke der Künstler hindurch den 
Geist der Nation. Aber nicht minder charakteristisch 
sind ihre WVerke auch bei den Völkern mangelhafter 
Kunstübung; denn hier zeigt uns die Kunst am Sicher- 
sten das, was der vollen Entwickelung ihres Wesens 
hemmend entgegen trat. In den andern mehr bewussten 
Aeusserungen des öffentlichen Lebens kann dies Hemm- 
lliss nicht gefunden werden, weil das Volk selbst es 
nicht kannte, in der unbeholfenen läunstleistung aber ist 
es für uns, die wir Vollkommeneres damit vergleichen 
können, deutliclist ausgesprochen. So ist also die Kunst 
einer jeden Zeit der vollstandigste zugleich aber auch 
der zuverlässigste Ausdruck des jedesmaligen Volks- 
geistes. Denn das N aturelement , welches in ihr ent- 
halten ist, giebt ihrer Entwickelung auch den Charakter 
der N othwendigkeit und Stätigkeit, und sichert uns 
dagegen, dass wir nicht von einzelnen Zufälligkeiten 
getäuscht werdend Sie ist mithin gleichsam eine Hiero- 
glyphe, ein Monogramm, in welchem sich das geheime 
Wesen der Völker, denen sie angehörte, zwar abgekürzt 
und auf den ersten Blick dunkel, aber für den, welcher 
diese Zeichen zu deuten versteht, vollständig und be- 
stimmt. ausspricht. 
Eine fbrllaufeude Kunstgeschichte gewährt daher 
Zugleich eine Anschauung von der [bPLSChPCilClldml Ent-
        

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