Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste bei den Alten: Die Völker des Orients
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-834627
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-835987
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Einleitung. 
Werk schöpferischer Phantasie, sondern eine Mischung 
verständiger Lehren und roher Anschauungen, die Musik 
mit Wilden N aturlauten _gemischt. Eines trübt das Andere, 
wie in der Wirklichkeit; der Geist der Sonderung und 
Wahrheit ist noch nicht über sie gekommen. Bei andern 
Völkern ist die freie Entwickelung des Kunsttriebes 
durch eine Einseitigkeit des Geistes unterdrückt, indem 
sie das Geistige ausserhalb des Körperlichen suchen 
zu müssen glauben. Diese üben dann nur die Kunstzweige 
in welchen das Geistige vorzuherrschen scheint, weil 
sie keine unmittelbaren Darstellungen aus der äussern 
Natur geben, also Poesie, Musik und Architektur, wäh- 
rend sie sich der übrigen bildenden Künste enthalten. 
Es ist hier also eine scheinbare Uebersinnlichkeit, mit 
welcher aber, Weil man das Geistige in. der Natur 
nicht anerkennt, ein praktischer Materialismus nothwen- 
dig verbunden ist. Bei diesen Völkern ist der egoistische 
einseitige Verstand, bei jenen die ungeordnete Phantasie 
vorwaltend, beiden fehlt das rechte Maass und die 
schöne Vereinigung beider Grundkräfte. Wir finden daher 
zwar bei den Völkern beider Klassen einzelne Kunst- 
"leistungen, aber nicht eine völlig entwickelte Kunst und 
nochweniger das volle Bewusstsein ihrer Bedeutung. 
Wir sehen, das Bedürfniss der Kunst ist zwar ein all- 
gemeines der Menschheit, aber es gehört nicht der 
äusseren N othwendigkeit an; in seiner Klarheit wird es 
erst empfunden, wenn dem Materiellen genügt ist, und 
seine volle Befriedigung gelingt nur den edelsten und 
begabtesten Völkern. 
rAuch in Beziehung auf die Kunst ist die Geschichte 
der Menschheit ein zusammenhängendes Ganze, auch 
hier überliefert das eine Volk dem andern das, was es
        

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