Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste bei den Alten: Die Völker des Orients
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-834627
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-835951
Die Kunst in der Geschichte. 3] 
Mensch nicht aus der Natur, sondern nur durch eine 
Offenbarung erlangen könne, auf diese Weise überliefert 
worden. Allein auch diese Auffassung ist zu sinnlich, 
und verkennt den innern organischen Zusammenhang des 
Geistes. Wären nur solche Lehren tradirt, während das 
Andere, die praktischen Einrichtungen, die Sitten und 
Gesetze, die Fertigkeiten, welche zur Bequemlichkeit 
des Lebens dienen, und endlich die Kunst, selbstständig 
sich bildeten, so würde ein Zwiespalt in dem geistigen 
Wesen, der Nation entstehen, welcher nicht von Dauer 
sein könnte, sondern bald mit dem Untergange oder der 
Entstellung jener vereinzelten Lehren endigen würde. 
Jedes Volk überliefert dem andern nicht bloss Einzelnes, 
sondern sein ganzes VVesen, oder doch das Eigenthüm- 
licllste und Hervorstechendste desselben. Es überliefert 
sich ihm aber auch nicht bloss durch Lehre oder sonstige 
freundliche Mittheilung, sondern oft im Kampfe dadurch, 
dass die Einseitigkeit des Einen die entgegengesetzte 
Einseitigkeit des Andern hervorruft) und fördert. 
x Der Bildungsgang des menschlichen Geschlechtes 
schreitet langsam und stufenweise fort. Während das 
Wesen der Dinge im Einklange beider Welten, der kör- 
perlichen und der geistigen, besteht, ist die menschliche 
Thätigkeit immer einseitig; wendet sie sich mehr nach 
der Geistigen hin, so vernachlässigt sie das innere We- 
sen des Körperlichen zuentwickeln; huldigt sie dem 
Materiellen, so wird die geistige 'l'hätigkeit gröber und 
sinnlicher behandelt. Ist daher ein Volk in einer von beiden 
Beziehungen fortgeschritten, so entsteht in dem nächsten 
der Trieb, nach der andern Seite hin sich zu ergänzen, 
Wodurch dann diese das Uebergewicht erhält. Es ist 
daher die Aufgabe eines dritten Volkes beides" zusammen 
l. (5
        

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