Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Malerei (Nebst Register über alle drei Theile)
Person:
Burckhardt, Jacob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1047000
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1048112
Lippo LlpPl- 
Sandro. 
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das Ohristuskind durchgängig sehr schön gebildet. In Prato: im Refecto- a 
rium von S. Domenico: eine Geburt Christi mit S. Michael und S. Tho- 
mas Aq.;  im Pal. del Commune: Madonna della Cintola und eineb 
Predella, in einem dunkeln Raum aufgestellt.  Zu Florenz, in der 
Academie: herrliche Madonna mit vier Heiligen, alle unter einer Ar- c 
chitektur, für die Gewandung sein schönstes Tafelbild;  ebenda: die 
grosse Krönung Mariä, spät, wie sein eigenes Greisenbildniss und die 
gedämpfte, aber ganz klare Farbe beweist; als überfüllt wirkend, weil 
der Gegenstand  eine Glorie  in einen irdisch greifbaren Raum 
übertragen ist; dabei reich an wesentlich neuem Leben;  dazu die 
schöne Predella.  Ufiizien: zwei Engel heben der Madonna das nachd 
ihr verlangende Kind entgegen; sie zögert betend.  Pal. Pitti: grossese 
Rundbild der sitzenden Madonna (Kniestiick); hinten die Wochenstube 
der Elisabeth und die Visitation; ein Thema, das recht dazu einlud, die 
früher durch Goldstiibe zu Einzelscenen getrennten Vorgänge zu Einem 
Bilde zu verschmelzen, den Hausailtar zum häuslichen Gemälde um- 
zubilden. -Ä Pal. Corsini: Mehreres.  Im linken Querschiff vonf 
S. Spirito, vierter A1t., eine Trinität mit S. Catharina und S. Magdalena g 
(angeblich peruginische Schule);  in S. Lucia. de' magnoli, ersterh 
Alt. links, eine Verkündigung; -im linken Querschiff von S. Lorenzo,i 
Cap. links, eine Verkündigung g- in S. Micchele zu Lucca, rechts, k 
Madonna mit vier Heiligen;  in der Academie zu Pisa: Madonna! 
mit zwei Engeln und vier Heiligen etc. 
Sandro Botticelli (1447-1515), Filippds Schüler, ist im 
Verhältniss zu dem, was er gewollt hat, nirgends ganz durchgebildet. 
Er liebte, das Leben und den Aifect in einer selbst stürmischen Be- 
wegnng auszudrücken und malte eine oft ungeschickte Hast. Er 
strebte nach einem Schönheitsideal und blieb bei einem stets wieder- 
kehrenden, von Weitem kenntlichen Kopftypus stehen, den er hie und 
da. äusserst liebenswürdig, oft aber ganz roh und leblos reproducirt. 
(Es ist nicht der Kopf der bella Simonetta, wenn das Proiilbild im 
Pal. Pitti, Sala di Prometeo, dieses Mädchen wirklich vorstellt.) Unterm 
den Florentinern ist S. einer der friihsten, welche der mythologischen 
und allegorischen Profanmalerei im Sinne der Renaissance eine dauernde 
Hingebung bewiesen haben. 
B. Cicerone. 51
        

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