Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Malerei (Nebst Register über alle drei Theile)
Person:
Burckhardt, Jacob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1047000
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1047995
Staifeleibilder. 
Fresken in S. Man-eo. 
789 
ausgezeichnet;  zwei dazu gehörende Stücke und ausserdern diea 
wundervolle Verkündigung in der Sacristei von S. Donienico zu Pe- 
rugia, nebst geringerm;  u. a. a. O.) 
Die grössern Staifeleibilder genügen viel weniger. (Statt aller 
das grosse Altarwerk in denUffizien, 1. Gang, mit doppelt bemaltenb 
Seitenflügeln, an welchem die klein ausgeführten Engel rings um die 
lebensgrosse Madonna bei Weitem das Beste sind.) Es scheint als 
habe der Maler eine fromme Befangenheit bei Hanptbildern für Altäre 
nicht überwinden können, während er in den Predellen, Giebelbildern, 
Seiteniigürchen u. s. w. sich so frei und schön bewegte; auch wirkt 
die überfleissige Ausführung bei der noch ungenügenden allgemeinen 
Körperkenntniss nicht günstig. Die grosse Kreuzabnahme in der Aca-c 
demie zu Florenz (Hauptsaal) erscheint befangen, vielleicht gerade 
durch die Masse von Ausdruck, die darin zusammengedrängt ist; die 
Leiche ist gut modellirt, ihr Herabsenken glücklich gegeben, das Bild 
überhaupt das Beste unter den Grossen. Auch das Altarwerk in 8.11 
Domenico zu Cortona (hinten, rechts) gehört zu den Bessern. 
Die bezeichneten lliängel fielen weg bei der Frescomalerei, 
welche eine gewisse lllässigung in den Darstellungsmitteln unvermeid- 
lich machte und den Künstler nicht durch den Gedanken, ein Cultus- 
bild malen zu müssen, ängstigte. 
Einen Wahrhaft einzigen Eindruck machen vor Allem die Ma- 
lereien, womit Fiesole seinen langjährigen Wolmsitz, nämlich das 
Dominicanerkloster S. Marco zu Florenz ausschmückte. I-Iier istß 
er zu Hause, hier darf er seine Ideen frisch wie ihn der Geist treibt 
in den ärmlichen Klostergiingen, in den kleinen Zellen besonders 
weither Ordensgenossen verwirklichen; darum glaubt man auch ge- 
rade in den Fresken der Zellen die Inspiration deutlicher zu fühlen 
als in den Altarbildern des Meisters. Mir" wurden sieben Zellen, 
sämmtlich im obern Stockwerk, geöifnet, und ich glaube sagen zu 
dürfen, dass die sämmtlichen Wandgemälde derselben, wenn auch in 
befangener Form, die höchste mögliche Lösung der betreHenden Auf- 
gaben zwar nicht erreichen, aber doch berühren. (Christus in der 
Vorhölle;  eine Bergpredigt;  die Versuchung in der Wüste;  
Christus am Kreuz mit den Seinigen und mit dem weinenden S. D0- 
minicus;  noch ein Gekrenzigter mit den Seinigen;  die Marien
        

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