Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Malerei (Nebst Register über alle drei Theile)
Person:
Burckhardt, Jacob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1047000
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1047986
788 
Malerei des germanischen Styles. 
Piesole. 
am genausten und vollständigsten durch ihn, sodass seinen Gemälden 
jedenfalls der Werth religionsgeschichtlicher"Urkunden ersten Ranges 
gesichert ist. Wen Fiesole unbedingt anwidert, der möchte auch zur 
antiken Kunst kein wahres Verhältniss haben; man kann sich die 
fromme Befangenheit des Mönches gestehen und doch in der himm- 
lischen Schönheit vieles Einzelnen und in der stets frischen und be- 
glückenden Überzeugung die ihm zur Seite stand, eine Erscheinung 
der höchsten Art erkennen, die im ganzen Gebiet der Kunstgeschichte 
nicht mehr ihres Gleichen hat. In der dramatischen Erzählung ist 
Fiesole immer einer der tiichtigsten Nachfolger Giottds; da er von 
Hause aus ein grosser Künstler war, so bemühte er sich sein Leben 
lang um eine möglichst gleichmässige Beseelung Alles dessen, was er 
schuf; bei näherer Betrachtung wird man finden, dass er einer der 
ersten ist, welcher den Köpfen durchgängig das Allgemeine benimmt 
und sie auf die zarteste Weise persönlich belebt; nur stand seiner 
Gemüthsart der Ausdruck der Leidenschaft und des Bösen nicht zu 
Gebote, und seine Verlegenheit wirkt dann (im streng ästhetischen 
Sinne) komisch. 
Wie seine Bildung ursprünglich die eines Miniators war, so geben 
auch seine kleinern, miniaturartig ausgeführten Tafeln beinahe den 
ganzen Künstler wieder. Obenan stehen die Glorien, wie z. B. das 
aprächtige Bild in den Ufiizien (tosc. 8011.), auch die Umgebung des 
Erlösers und der Empfang der Seligen in den Weltgerichtsbildern 
b(das schönste in Pal. Oorsini zu Rom, ein anderes in der Acad. zu 
cFlorenz, Saal d. kl.  während die Seite der Verdammten auf keine 
Weise zu genügen pflegt. Von den heiligen Geschichten haben nach 
meinem Gefühl diejenigen den Vorzug, welchen altübliche Motive der 
florentinisehen Schule zu G-rimde liegen, also wesentlich die oftgemal- 
ten des neuen Testamentes; in den Legenden macht sich die eigene 
Erfindung oft frisch und schön, oft aber auch befangen ihre Bahn. 
d(Leben Christi in 35 Bildchen, Aead. v. Florenz, Saal d. kl. 13., wo 
esich noch mehreres von F. befindet;  Uffizien, tosc. Sch.;  3 Bild- 
fchen in einem Wandschrank der Sacristei von S. Maria. novella. in 
gFlorenz;  Kirche del Gesü zu Cortona: zwei Predellen mit dem Leben 
der Maria. und den Wundern des heil. Dominicus 5  vatican. Galerie 
hdie Wunder des heil. Nicolaus von Bai-i, aus der letzten Zeit und sehr
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.