Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Malerei (Nebst Register über alle drei Theile)
Person:
Burckhardt, Jacob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1047000
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1050577
Mythologie und Allegorie. 
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Selsehaft bösartig gemeinen, vornehm costumirten Gesindels. Carlo 
Saraceni malt z. B. (Pal. Doria in Rom) die Juno, Welche dema 
enthaupteten Argus die Augen mit eigenem Finger ausgräbt, um sie 
auf ihren Pfau iiberzutragen; der Charakter der Göttin ist dieser Action 
gemäss. 
Mit Pietro da Cortona, bei den Neapolitanern mit Luca 
Giordano, beginnt auch für die mythologische und allegorische 
Frescomalerei das Zeitalter der reinen Decoration. Pietrds ungeheures 
Deckenfresco, Welches den Ruhm des Hauses Barberini verherrlicht, 
und seine Deckenmalereien im PaLPltti wurden schon angeführt; um 
zu errathen, was er eigentlich meint, bedarf es einer beträchtlichen 
Kenntniss der barberinischen und mediceischen Hausgeschichte. Der 
Plafond Lueaßs in der Galeria des Pal. Riceardi in Florenz zeigtfn 
wie Oardinal Leopold, Prinz Cosimo (III) u. A. als Lichtgottheiten 
auf den Wolken daher geritten kommen; ringsum ist der ganze Olymp 
vertheilt. XVie gerne geht man von da zu Giov. da S. Giovanni, 
dessen Allegorien (im grosscn untern Saal des Pal. Pitti) noch ab-c 
surder ersonnen, aber doch noch mit Liebe, Schönheitssinn und Far- 
benglanz ausgeführt sind.  Die Certonisten und Nachfolger Lucafs 
noch einmal zu nennen, wie sie sich durch die Paläste von ganz Ita- 
lien verbreiteten, verbietet uns der Raum. Wer sich von ihrer Styl- 
complicität einen Begriff machen will, braucht z. B. nur dem beliebten 
Thema vom Raub der Sabinerinnen nachzugehen und aufzumerken, 
was an diesem Moment durchgängig und ausschliesslich hervorgeho- 
ben wurde. Luca selber hat in kleincrn Bildern, wie z. B. die Gala- 
tea in den Uflizien, bisweilen eine Naivetäit in Rubens Art.  Imd 
XVIII. Jahrh. sind dann die oben (S. 1013m) genannten römischen Maler 
auch in der profanen Gattung bemüht, regelrechte und fleissige Bilder 
ohne alle Nothwencligkeit zu Stande zu bringen; in den Plafonds fürst- 
licher Säle dagegen lässt man sich schon eher auf Cortonafs Manier 
gehen, sowohl im allegorischen Inhalt als im Malwerk. (P al. O0- 
lonna: in der Galerie. die zu Ehren des Marcantonio Colonna alle- e 
gorisch verklärte Schlacht von Lepanto; ein anderer Plafond, von 
Luti, zu Ehren Papst Martins V.)
        

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