Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Malerei (Nebst Register über alle drei Theile)
Person:
Burckhardt, Jacob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1047000
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1050513
Glorien. 
Gewölbemalereien. 
10-11 
Engel haben selten Zeit zum Musiciren.  Ein eigenthümliches Glo- 
rlenbild des Bonone steht in S. Benedetto zu Ferrara auf d. 3. Alha 
links; der Auferstandene wird von neun auf Wolken um ihn grup- 
pirten benedictinischen Heiligen verehrt, geküsst, angebetet, bestaunt; 
die Santa conversazione wird zur gemeinschaftlichen ekstatischen Ver- 
klärung (Parallele: Fiesolseßs Fresco in S. Marco, S. 790, c.) 
Vor allem aber sind die Glorien der Hnuptgegenstand für die 
Knppel- und Gewölbemalereien (S. 386, B1). Coreggids ge- 
fährliches und unerreichbares Vorbild wird Anfangs ernst genommen. 
Es ist unmöglich, einer Arbeit die Achtung zu versagen wie z. B. 
den Fresken des Lodovico Oaracci an dem 'Bogen vor der Chor-b 
nische des Domes von Piacenza; diese jubelnden Engel Welche Bücher 
halten und Blumen streuen, haben ein grandioses Leben und einen fast 
ganz echten monumentalen Styl. D0menichino's 4 Evangelistenc 
an den Pendentifs der Kuppel von S. Andrea della. Valle zu Rom 
sind zum Theil grossartiger als irgend eine Pendentifgestalt in Parma; 
und wenn er mit den allegorischen, noch sehr schön gezeichneten Fi-d 
guren der Pendentifs von S. Carlo s? catinari gleichgültig lässt, wenn 
er in den auffallend geringem Pendentifs des Tesoro im Dom vone 
Neapel Allegorisches, Historisches und Überweltliches auf anstössige 
WVeise mischt, so geben wir dort der Allegorie als solcher, hier der 
gedrückten Stimmung des arg rnisshandelten Meisters die Schuld.  
Guido bringt in seinem (sehr überrnalten) Engelconcert bei S. Gre-f 
gorio in Rom (von den 3 Capellen daneben diejenige rechts) wenig- 
stens einen ganz naiven und heitern Eindruck hervor durch die schö- 
nen jugendlichen Gestalten ohne Pathos. In der Glorie des heil. 
Dominicns (Halbkuppel der Cap. des Heiligen in S. Domenico zu Bo-g 
logna) richten zwar die musicirenden Engel einen conventionellen 
Blick nach oben, Christus und Maria sind im Ausdruck des Empfan- 
gens ganz unbedeutend, allein höchst grandios schwebt der Heilige, 
dessen schwarzer Mantel von Putten ausgespannt wird.  Zu diesen 
frühen, mit höherer Anstrengung gemalten Glorien gehört auch B0- 
none's schöne Halbknppel in S. Maria in vado zu Ferrara, anbetenäßh 
Patriarchen und Propheten.  Unter den Neapolitanern ist Stan-  
B. Cicerane. 66
        

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