Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Malerei (Nebst Register über alle drei Theile)
Person:
Burckhardt, Jacob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1047000
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1047466
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Malerei des Mittelalters. 
Mosaiken des IX. Jahn-h. 
pelle Saneta Sanctorum (oder Scala sancta.) einer ganz neuen, 
wenn auch genau dem alten Zustand naehgeahmten Zusammensetzung 
unterlegen. (Die beiden Belohnungen zu den Seiten der Halbkuppel: 
Christus giebt dem heil. Sylvester die Schlüssel, dem grossen Con- 
stantin eine Fahne; S. Petrus giebt Leo IlI eine Stola, Carl dem Gr. 
eine Fahne; die Porträts der letztern haben noch einen Schimmer von 
Authenticität, sind aber übel gerathen.)  In den nächsten Pontiiicaten 
wird von Mosaik zu Mosaik die Arbeit roher und lebloser bis zu un- 
glaublicher Missgestalt.  Man findet sie in und über den Tribunen 
avon SS. Nereo ed Achilleo,  S. Maria della. navicella (817-824), 
b  S. Ceeilia,  und S. Prassede; die drei letztern Bauten aus der 
Zeit Paschalis I (817-824); S. Prassede hat auch noch den mosai- 
eirten Triumphbogen mit der merkwürdigen Darstellung des himmli- 
schen Jerusalems und die kleine Capelle (rechts) „ort0 del paradiso", 
deren Inneres völlig mosaieirt ist.  Schon reine Caricatnren: in der 
eI-Ialbkuppel der Trihuna von S. Marco (827-844).  (Das Mosaik 
din S.Franeesca romana, angeblich 858-867, würde eher ins XI. oder 
XII. Jahrh. passen.) 
In Venedig, WO ein stärkerer Verkehr mit Byzanz und ein 
grösserer Reichthum herrschte als im damaligen Rom, offenbart auch 
die Mosaikarbeit nicht bloss die Auffassung, sondern auch die zier- 
eliche und saubere Ausführung der Byzantiner. Die Marcuskirche 
mit ihren mindestens 40,000 Quadratfuss Mosaiken ist bei Weitem das 
reichste occidentalisehe Denkmal dieser Gattung. 
Sachlich merkwürdig: die stehend gewordenen, rituellen Darstel- 
lungen der heiligen Geschichte im byzantinischen Sinn (hauptsächlich 
an den Tonnengewölben und mehrern Wandfliichen des Innern);  
die Sammlung von zahlreichen einzelnen byzantinischen Heiligen 
(hauptsächlich au, den Pfeilern und in den Bogenleibiurgen);  die 
legendarische Erzählungsweise (in der Cap. Zeno, mit der Geschichte 
des Marcus, und in einer der fünf halbrunden Wandnischen der Fas- 
sade, mit der Geschichte der Leiche desselben; hier u. a. die S. 115 
erwähnte Abbildung der Kirche; eine andere Geschichte des heil. 
Leichnams im rechten Querschiif, Wand rechts);  die Taufen der 
Apostel und die nach besondern Geschäften charaktcrisirten Engel 
verschiedenen Ranges (Flaehkuppeln der Taufcapclle);  endlich in
        

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