Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Malerei (Nebst Register über alle drei Theile)
Person:
Burckhardt, Jacob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1047000
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1050138
Ferraresen und Bolognesen. 
1003 
Bilder in der Pinacoteca. (Über Laureti vgl. S. 964.)  Sie allea 
überragt der schon als Baumeister (S. 347) genannte Pellegrino 
Tibaldi (1527-1591), welchen die Caracci als den Wahren Reprä- 
sentanten des Überganges von den grossen Meistern auf ihre Epoche 
anerkannten. Er ist einer von den Wenigen, welche dem emsigen 
Naturstudium treu blieben und die Formen nicht aus zweiter Hand 
prodnciren wollten; seine Fresken im untern Saal der Universität ent-b 
halten u. a. jene vier nackten, auf bekränzben Balustraden sitzenden 
Fülliiguren, deren Treiflichkeit neben den mythologischen Hauptbil- 
dern wunderbar absticht;  das grosse Fresco in S. Giacomo mag-C 
giore aber. (Cap. am rechten Querschiff) ist auch in der Verwirklichung 
eines bedeutenden symbolischen Gedankens ("Viele sind berufen, We- 
nige auserwiihlet") beinahe grossartig zu nennen; von den Fresken 
in der Remigiuscapelle zu S. Luigi de' Francesi in Rom (vierte Ca-d 
pelle rechts) gehört ihm des schon manierirtere Deckenbild; die Wand- 
bilder mit Chlodwigs Heerzug und Eidschwur sind von Sermoneta 
und Giac. del Conte.  
Für Ravenna. ist Luca Longhi zu nennen, der bisweilen noch 
in der Art der bolognesischen Nachahmer Rafaels (S. 940) an die beste 
Zeit erinnert, öfter aber sich in's Süsse und Schwache neigt. (Refec- 
torium der Oamaldulenser in Ravenna: grosse Hochzeit von Cana.) C 
Seit den 1580er Jahren beginnt der Manierismus einem neuen, 
bestimmten Styl zu weichen, der schon als geschichtliche Erscheinung 
ein hohes Interesse hat. Der Geist der Gegenreformation, welcher da- 
mals den weiträumigen, prachtvollen Kirchentypus des Barockstyles 
hervorbrachte, verlangt zugleich von der Malerei eine möglichst auf- 
regende, eindringliche Behandlung der heiligen Gegenstände; einen 
höchsten Ausdruck himmlischer Herrlichkeit und frommen SehnenS 
danach, verbunden mit populärer Begreiflichkeit und lockendem For- 
menreiz. Bei Anlass der Sculptur, Welche 50 Jahre später den Bahnen 
der Malerei folgte, wurden vorläufig (S. G92) die wesentlichen Mittel
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.