Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Malerei (Nebst Register über alle drei Theile)
Person:
Burckhardt, Jacob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1047000
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1050094
Die bessern Leistungen. 
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etwa ein phantastisch schöner Wurf (der todte Christus, von Fackel-a 
haltenden Engeln beweint, im Pal. Borghese zu R0m),'natiirlieh nur 
in sehr bedingter Weise. Santi di Tito ist sogar als Historien- 
maler in dieser Zeit fast ohne Aifektation, ja ein einfacher Mensch 
geblieben. (Mehrere Altarblätter bes. in S. Croce zu Florenz; derb 
Engeh-eigen über dem I-Iauptportal im Dom etc.; der 1. Altar in S-c 
Marco rechts; Antheil an den Lunetten des grossen Klosterhofes beia 
S. Maria novella etc.) Wir werden an diesen Namen wieder an- 
knüpfen müssen bei der Herstellung der florentin. Malerschnle, welche 
nach den bösen Jahrzehnden 1550-1580 beginnt. Unter den Römern 
ist Pasquale Cati von Jesi (grosses Fresco in SiLorenzo in Pa- e 
nisperna zu Rom) gewissermassen ein naiver Miehelangelist, Sicio- 
lante da Sermoneta (Christi Geburt, in S. Maria della Pace zur 
Rom; Taufe Ohlodwigs, in S. Luigi, 4. Cap. rechts) ebenfalls inner-g 
lich wahr und gemässigt. Dann arbeitete in Rom der aus obiger na- 
politanischer Reihe stammende Scipione Gaetano, dem es in 
seiner Beschränktheit immer ein solcher Ernst ist, dass eine Anzahl 
ganz vortrefflich naiver, wenn auch etwas harter Porträts zu Stande 
kamen (vatican. Biblioth.; Pal. Colonna etc.). In idealen lGegenständenh 
(heil. Familie, Pal. Borghese; Vermählung der heil. Catharina, Pal.i 
Doria; Maria Himmelfahrt, linkes Querschiif von S. Silvestro di Montek 
cavallo) ist er nach Vorzügen und Mängeln seiner heimischen Schule 
verwandt und erfreut durch ein saftiges Colorit. 
Sogar eine ganze Schule, diejenige von Siena, ist vorherrschend 
wahr und lebendig geblieben; ein nobler Naturalismus, der seinen An- 
halt an Andrea. del Sarto und Sodoma sucht, beseelt die bessern Werke 
eines Francesco Vanni (1565-1602); in S. Domenico zu Sienal 
alles was in der Oatharinencapelle nicht dem Sodoma angehört; in 
S. M. di Carignano zu Genua, Alt. r. neben d. Chor, die letzte Com-m 
munion der heil. Magdalena, etc), eines Arcangelo und Ventura 
Salimbeni (Fresken im Chor des Domes von Siena mit den Ge-n 
schichten der heil. Catharina und eines heil. Bischofs; im Unterraum 
von S. Caterina das 2. Bild, n), eines Domenico Manetti, u. A. 111.0 
Viele der genannten Maler verschiedener Schulen waren mehr 
oder weniger influenzirt von einem merkwürdigen, meist abseits in 
seiner Heimath Urbino lebenden Meister, Federigo Baroccio
        

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