Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Malerei (Nebst Register über alle drei Theile)
Person:
Burckhardt, Jacob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1047000
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1050068
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Malerei des XVI. Jahrhunderts. 
Die Manlaristau. 
bergen könnte, durcheinander stürzen. Gemässigt, räumlich denkbai 
und zum Theil edel ist von diesen Bildern am ehesten Daniel da 
aVolterra's Kindermord (Uffizien in Florenz) zu nennen, und bei 
hBronzino's „Christus in der Vorhölle" 1) wird man wenigstens den 
Müssiggang und die Überfülle so vieler gewissenhaft studirter nackter 
Form beklagen; anderes der Art ist aber vollkommen unleidlich, zu- 
mal durch Vermischung mit Reminiscenzen aus dem jüngsten Gerichte 
selbst.  So insgemein die Stürze der Verdammten, die Hinrichtungen 
oder 40 Märtyrer i), die Marter des heil. Laurentius (grosses Fresco 
Bronzino's im linken Seitenschiif von S. Lorenzo in Florenz), die 
Darstellungen der ehernen Schlange, u. A. m. Auch der Bildhauer 
dBandinelli concurrirte und liess Paradiesbilder nach seinen Ent- 
würfen malen (Pal. Pitti). 
In der Folge bekam die grosse und freche Improvisation histo- 
rischer, sowohl biblischer als profaner Gegenstände einen wahren 
Schwung. Man malte Alles was verlangt wurde und versetzte das 
Historische mit Allegorie und Mythologie ohne alles Mass. Vasari 
(1512-1574), bei grosser Begabung beständig bemüht, dem Geschmack 
seiner Leute zuvorzukommen, in der Ausführung so sauber und or- 
dentlich als man bei gewissenloser Schnellproduction sein kann, tritt 
wenigstens die einfachsten Gesetze der Kunst noch nicht geflissentlich 
emit Füssen (Fresken in der Sala regia des Vaticans; Gastmahl des 
fAhasverus in der Aeademie zu Arezzo; Abendmahl in S. Croce zu 
Florenz, Cap. del Sagramento; andere Bilder in ders. Kirche, die unter 
seiner Aufsicht ihre meisten jetzigen Altargemiilde erhielt; Mehreres 
gin S. Maria. novella; sehr gedankenlos die zahllosen Malereien im 
h grossen Saale des Pal. vecchio).  Auch sein Genosse Francesco 
Salviati (1510-1563) hat bei aller öden Manier (Fresken der Sala. 
icPUdienza im Pal. vecehio) noch einen gewissen Schönheitssinn, der 
e, 1) An dem Bilde desselben Inhaltes im Pal. Colonna zu Rom, welches ebenfalls 
dem B. zugeschrieben wird, müsste jedenfalls die Jahrzahl 1523 falsch sein, 
wenn sie sich darauf befindet. Es beruht erst auf dem Weltgericht.  Eher 
von Marc. Venusti? 
 Ein Sujet, für welches jener verlorene Carton des Pcrin del Vaga einen he- 
geisterten Wetteifer geweckt haben muss.  In der Sacramentscapclle zu 
N S. Filippo Neri in Florenz ein Bild der Art von Stradanus. 7'
        

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