Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Malerei (Nebst Register über alle drei Theile)
Person:
Burckhardt, Jacob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1047000
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1049915
Romanino etc. 
Die beiden Pordenollß- 
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höhere geistige Bedeutung an irgend einem Vorgange hervorzuheben, 
war wohl so Wenig seine Sache als die der Schule überhaupt, allein 
er ist ganz besonders frisch und lebendig in der Auflassung des äus- 
sern Lebens und hat in der Carnation, zumal wo sie im Helldunkel 
erscheint, eine solche eigenthümliche warme Weichheit (morbidezza, 
Mürbheit) wie kein Anderer der Schule.  Sein Hauptwerk in Ve- 
nedig (Academie), S. Lorenzo Giustiniani von andern Heiligen unda 
Ordensbrüdern umgeben, hat wohl eine etwas gesuchte Dramatik; die 
santa conversazione sieht trotz aller Blicke und Gesten danach aus, 
als wüssten die Leute nicht recht, was sie einander zu sagen haben; 
 eine Madonna mit Heiligen (ebenda) befriedigt als reines und sehr 
schönes Existenzbild viel mehr;  ebenda fünf schwebende Putten 
auf Wolken.  Ein herrliches Altarbild, S. Catharina. mit S. Seba-b 
stian und S. Rochus, in S. Giovanni Elemosinario (Oap. rechts vom 
Chor).  Mehreres in S. Rocco.  In den Angeli zu Murano: dasc 
Hochaltarbild   Im Pal. Manfrin: Vermählung Mariii, und: Be-d 
schneidung, Halbügurenbilder von so blasser und allgemeiner Behand- 
lung, dass man sie dem P. kaum zutrauen mag.  Im Pal. Doria zue 
Rom: die Tochter des Herodes mit ihrer Magd, ein herrliches, leid- 
lich erhaltenes Halbiigurenbild; sie ist von der hohen venezianischen 
Schönheit, dabei klug und kalt, auch das Haupt des Täufers höchst 
edel venezianisch.  Im Pal. Pitti: eine santa conversazione in Halb-f 
figuren, von höchster Pracht und Harmonie der Farbe. -In den Ufii- 
zien: ein vorzügliches männliches Porträt, eine unförmliehe Judith und g 
eine improvisirte, in den Formen ziemlich stumpfe, aber gluthfarbige 
Bekehrung des Paulus (Breitbild). 
Giov. Antonids Bruder oder Verwandter B ernardino da Por- 
denone scheint der Urheber mehrerer Familienbilder zu sein, Welche 
einen Künstler (Bildhauer oder Maler?  vielleicht den Giov. Anto- 
nio  umgeben von seinen Angehörigen und Schülern darstellen; eines 
im Pal. Borghese zu Rom, eines im Pal. lNIanfrin, ein drittes in Eng-h 
land; das erstgenannte ein in jeder Beziehung ausgezeichnetes Vor- 
bild dieser Gattung.  Sein bestes Altarbild, eine thronende Madonnai 
mit Heiligen, meist Mönchen, in den Frari, erste Cap. links VOm 
Chor; ohne besondern Adel des Gedankens oder des Ausdruckes ein 
Kleinod durch Farbenpracht und Lebensfülle;  auch ein Halbiiguren-
        

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