Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Malerei (Nebst Register über alle drei Theile)
Person:
Burckhardt, Jacob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1047000
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1049882
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Malerei des XVI. Jahrhunderts. 
Venedig. 
bleiben sollen, da sie ganz für die Verklärung des Besondern, nicht 
für die Verwirklichung des Allgemeinen geschaifen war.  In der 
aAbbazia, Cap. hinter der Sacristei, zwei schöne frühe Apostelfiguren. 
b  Ausserhalb Venedigs sind bemerkenswerth: im Pal. Pitti: ein Chri- 
cstus unter den Schriftgelehrten;  im Pal. Brignole zu Genua: eine 
dAnbetung der Könige;  in der Galerie zu Modena: die Gestalten 
von vier Tugenden. 
Unter den Schülern Tizians ist am ehesten mit Bonifazio zu ver- 
gleichen: der schwächere Polidoro Veneziano.  Von Cam- 
pagnola ausser den genannten Fresken (S. 973) noch Einiges in 
Padua.  Von Giovanni Cariani Bilder in seiner Heimath Ber- 
egamo und in der Brera. zu Mailand (Madonna mit S. Joseph, sechs 
andern Heiligen und vielen Engeln), Welche in der nobeln, bedeuten- 
den Charakteristik auch noch an seinen friihern Lehrer Giorgione er- 
innern.  Von Calisto Piazza aus Lcldi bedeutende Bilder in der 
flncoronata daselbst und in mehrern Kirchen von Brescia, sämmtlich 
dem Verfasser nicht bekannt.  Von Girol. Savoldo aus Brescia 
geine grosse Madonna. auf Wolken mit vier Heiligen in der Brera zu 
hMailand, mehreres im Pal. Manfrin und eine Transfiguration in den 
iUfIizien, welche den Gedanken Giov. BellinPs (S. 827, h) in den Styl 
der neuen Zeit übersetzt zeigt.  Ungleich bedeutender ist ein anderer 
brescianiseher Nachfolger Tizians, 
Moretto (eigentlich Alessandro Bonvicino) dessen Blüthe das 
zweite und dritte Viertel des XVI. Jahrh. umfasst. Er scheint früher 
Schüler jenes Sacchi von Pavia (S. 820) gewesen zu sein, später da.- 
gegen auch Eindrücke der römischen Schule  glücklicher als irgend 
ein anderer Oberitaliener  in seine Darstellungsweise aufgenommen zu 
haben. Seine Hauptwerke in Brescia, die ich nicht gesehen zu 
haben schmerzlich bedaure, schildert Waagen (Kunstbl. 1851) mit fol- 
kgenden Worten: "In dem Hoehaltarbilde von S. Clemente entspricht 
„die Zartheit und die Verklärtheit der religiösen Empfindung, der 
„Wunderbaren Feinheit des dem Moretto so eigenthümlichen Silber- 
„tones, und gehört der Engel Michael zu den schönsten jugendlichen 
nliöpfen, welche die neuere Kunst hervorgebracht hat.  Die Krönung 
1„Mariä in SS. Nazaro e Celso zeigt, welche Höhe er auch in dem 
„strengen und grossen Kirchenstyl und in der Gluth der Farbe er-
        

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