Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Malerei (Nebst Register über alle drei Theile)
Person:
Burckhardt, Jacob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1047000
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1049636
Frühere Staffeleibilder. 
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Ein frühes Bild ist die Ruhe auf der Flucht, in der Tribunaa 
der Ufüzien, mit S. Bernhard; die Vorstufe der unten zu nennenden 
Madonna della Scodella. Hier zum erstenrnal wird die Scene zum 
lieblichen Genrebild, was sie bei den Realisten des XV. Jahrh. trotz 
aller Züge aus der Wirklichkeit noch nicht ist. Einige Befangenheit 
Zeigt sich in dem gleichgültigen Kopf der Mutter und in der Un- 
schlüssigkeit des Kindes, die von Joseph gepflüekten Datteln anzu- 
nehmen. Die Farbe ist noch ungleich, theilweise merkwürdig vol- 
lendet.  
Ebenda, vielleicht ebenfalls noch früh: Madonna im Freien vorb 
dem auf Heu liegenden Kinde knieend  nicht mehr um es anzu- 
beten, sondern um ihm lachend mit den Händen etwas vorzumachen; 
wunderbar gemalt, das Kind auf die anmuthigste Weise verkürzt; die 
Mutter schon von derjenigen kleinlichen Hübschheit, welche ihr bei 
G. eigen bleibt.  (Der Kopf J ohannis d. T. auf einer Schüssel, ebenda, 
ist keiner von den grossartig duldenden, nicht der enthauptete Pro- 
phet, sondern ein schon bei Lebzeiten kriinklicher Frömmler  üb- 
rigens zweifelhaft. So auch der über die nackte Schulter sehende" ju- 
gendliche Kopf derselben Sammlung, vielleicht Copie aus der Schule 
der Caracci.  Im Pal. Pitti ein unbedeutendes KindesköpfchenQb c 
Entschieden sehr früh die grosse Kreuztragung in der Galerie d 
von Parma; schon mit unbedingtem Streben nach Aifect (bis zur Bru- 
talität) und mit Nichtachtung der Linien zu Gunsten der Formen 
componirt; der Ausdruck der beiden Hauptgestalten wahr und er- 
greifend. 
Von 1518 au, seit welchem Jahre Coreggio in Parma. sesshaft 
war, entstand jene Reihe von Meisterwerken, deren vorzüglichste nach 
Dresden und Berlin gerathen sind. (Von der Dresdner Magdalenae 
eine schöne alte Copie bei Camuccini in Rom.) Doch besitzt auch 
Italien noch mehrere Von höchster Bedeutung. 
Im Museum von Neapel: das kleine Bildchen der Vermählung f 
der heil. Catharina, leicht und kühn gemalt; dass das Kind 0b 
der befremdlichen Ceremonie fragend die Mutter ansieht, ist ganz ein 
Zug in der Art Coreggitfs, der die Kinder nicht anders als naiv können 
Wollte. (Der Christus auf dem Regenbogen, vaticau. GaL, kann doch g 
nur als caracccskes Bild gelten.)
        

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