Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Malerei (Nebst Register über alle drei Theile)
Person:
Burckhardt, Jacob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1047000
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1049545
Malerei des XVI. Jahrhunderts. 
Ferrara. 
Siena. 
7. Alt. 1.,  die Madonna in Wolken mit S. Gregor und S. Georg, 
wozu eine landschaftlich köstliche Predella, sicher von Gian Battista, 
gehört, 2. Alt. l.  Als Genremaler ist Dosso Dossi besonders in der 
aGalerie von Modells. vertreten, hauptsächlich allerdings nur durch jene 
zu halbdecorativem Zweck gemalten Ovalbilder mit Essenden, Trin- 
kenden und Musicirenden, in welchen man doch Giorgioneis Vorbild 
ahnen kann; ebenda eine Anzahl Porträts, mit Welchen die Phan- 
tasie den Hof von Ferrara wie er in den spätern Zeiten war, be- 
bvölkern mag.  Im Castell von Ferrara hat Dosso mit I-Iiilfe seiner 
Schule mehrere Räume verziert; es sind meist Arbeiten seiner ganz 
späten, schon manierirten Zeit, selbst die berühmte Aurora. in dem 
Saal der 4 Tageszeiten; auch die drei kleinen Bacchanale (in einem 
kleinen Corridor) haben nicht mehr die Frische und Schönheit, die 
solche Gegenstände verlangen. Nicht das Mythologische, sondern das 
frei Fabelhafte wäre Dossds Fach gewesen. XMIan sieht im Pal. Bor- 
cghese zu Rom ein Bild seiner besten Zeit: Circe  im WValde, magi- 
sche Künste übend. Es ist die lebendig gewordene Zaubernovelle; so 
dachte Ariost seine Gestalten. 
Ein Zeitgenosse des Garofalo und Dosso, der Ortolano, hat zu 
d S. Francesco in Ferrara die Orgelilügel (linkes Querschiff) ganz tüch- 
tig in der Art des Erstem mit grossen Heiligeniiguren geschmückt. 
(Die Halbfigurcn an der Brnstwehr theils von Garofalo selbst, theils 
von Bonone.) 
Die Unzulänglichkeit und Erstorbenheit der alten sienesischen 
Schule muss gegen Ende des XV. Jahrh. sehr unverhohlen als That- 
sache anerkannt gewesen sein, indem man sonst nicht Pinturicchio von 
Perugia berufen hätte, um die Libreria. und die Capelle San Giovanni 
im Dom auszumalen. Es scheint sogar, dass einzelne Sienesen nach 
Perugia in die Schule gingen, wie die frühem Bilder des Domenico 
Beccafumi (s. unten) beweisen. Sehr eigenthiimlich äussert sich die- 
ser peruginische Einfluss ferner bei dem edeln, männlichen Berner- 
dino Fungai, der die schöne Inspiration davon annahm ohne die
        

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