Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Malerei (Nebst Register über alle drei Theile)
Person:
Burckhardt, Jacob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1047000
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1049518
Bagnacavallo. 
Imola. 
Die Farraresen. 
9M 
Girolamo da. Treviso, venezianisch gebildet, dann in Bo- 
logna thätig, verräth in den einfarbigen Legendenseenen der 9. Oapa 
rechts in S. Petronio ebenfalls Studien nach Rafael. 
Von Girolamo Marchesi da. Cotignola, einst Franciifs Schü- 
ler, sieht man in diesen Gegenden nur spätere Bilder des freiem und 
schon manierirten Styles. (Mehreres in der Brera. zu Mailand; eineb 
grosse überfüllte Vermählung llIariä, in der Pinac. zu Bologna; Justitiac 
und Fortitudo, in S. M. in Vado zu Ferrara, hinterste Cap. d. r.d 
Querschiües; diese von schönem venezianischem Naturalismus.) 
Auch die Fcrraresen geriethen unter den Einfluss Rafaels, 
aber die Eigenthiimlichkeit ihrer Schule war stark genug, um ein 
Gegengewicht in die Wagschale zu legen. 
Einer von ihnen, L0 dovico lllazzolino (1481-1530), erwchrte 
sich dieses Einflusses vollständig. Er behält seinen altoberitalisehen 
Realismus bei, und zwar in Verbindung mit einem venezianisch glü- 
henden Colorit. Seine meist kleinen Cabinetbilder (je kleiner desto 
wcrthvoller) kommen in Ferrara selten, in Italien hie und da (Pal. 
Borghese und Doria in Rom; Ufüzien), im Ausland hiiuüger vom! 
Überladen, auch gedankenlos, in der Zeichnung ohne rechte Grund- 
lage, im Anbringen von Hallen mit Goldrcliefs einer der masslosesten, 
imponirt M. durch die tiefe saftige Frische der Farben, die mit all 
ihrer Buntheit eine Art von Ilarinonic bilden. Von NVeitem leuchten 
sie durch die Galerien. Im Ateneo zu Ferrara ein etwas grösseresf 
Bild: Anbetungvdes Kindes mit Heiligen. 
Benvenuto Tisio, gen. Garofalo (1481-1559), wächst aus 
demselben Grunde mit Mazzolino. (Bildchen im Pal. Borghese.) Spä-g 
ter bei mehrmaligem Aufenthalt in Rom und zwar in Rafaels Schule 
suchte er sich den römischen Styl nach Kräften anzueignen. Er hatte 
von Hause aus die Anlage zu einem venezianischen Existenzmaler in 
der Art eines Pordenone oder Palma; nun schuf er Altarblätter in 
einem idealern Styl als er gedurft hätte. Es ist schwer, Werke von 
einem so ernsten Streben wie die seinigen nach der höchsten Strenge 
der Sistina und aus Fra Bartolommeo, 
valicanische Krönung Mariä hervor. 
ganz 
besonders 
aber 
Bafaels 
erste
        

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