Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Malerei (Nebst Register über alle drei Theile)
Person:
Burckhardt, Jacob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1047000
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1049471
Giullo Romano. 
Perin del Vaga. 
937 
Zeichnungen zu der im Pal. del Te gemalten Geschichte der Psyche a 
findet man in der Geinälclesammlung der Villa. Albani bei Rom.) 
Von den Schülern, die sich in Mantua. bei ihm bildeten, ist Giulio 
Clovio als Miniatur berühmt;  von Rinaldo Mantovano das 
Hauptbild, eine grosse Madonna. mit Heiligen, in der Brera zu Mai-b 
land (Reminiscenz der Mad. di Foligno);  von Primaticeio ist 
in Italien fast nichts;  von dessen Gehülfen Niccolb delP Abb ate 
Fresken im Pal. del Commune zu Modena, (ehemals?) auch im Schlosse ß 
von Scandiano. (Die drei mythologischen Bilder der Gal. Manfrin ind 
Venedig möchten eher von einem Venezianer herrühren, der_ zugleich 
die römische Schule kannte; etwa von Batt. Franco?) 
Im Ganzen ist Giulids Thätigkeit eine sehr schädliche gewesen. 
Die vollkommene Gleichgültigkeit, mit welcher er (hauptsächlich in 
vielen Fresken) die von Rafael und fast noch mehr von Michelangelo 
gelernte F ormenbildung zu oberllächlichen Effekten verwerthete, gab 
das erste grosse Beispiel seelenloser Decorationsmalerei. 
Perin del Vage. (1500-1547), weniger reich begabt, in den 
(seltenen) Staifeleibildern schon auffallend manierirt (Einiges im PaLe 
Adorno in Genua; die Madonna. mit Heiligen im rechten Querschiff 
des Domes von Pisa mehr Soglianfs als Perinois Werk), bleibt dochf 
dem Rafael näher, sobald eine decorative Abgrenzung und Eintheilung 
seine Gestalten und Scenen vor der Formlosigkeit behütet. Man sieht 
im Dom von Pisa, an mehrern Stellen des rechten Querschiiies, sehr 
schöne Putten als Frescoproben gemalt. In Genua gehört dem Perin 
die ganze Decoration des Pal. Doria (S. 286, b). Hier erinnert nochg 
Vieles an die Farnesina; in der untern Halle sind einige der Zwickel- 
figuren noch ungemein schön; die Lunettenbildchen (römische Ge- 
schichten) zum Theil durch ihre Landschaften interessant; die vier 
Deckenbilder (Scipids Triumph) freilich schon lastend durch Über- 
iiillung und Wirklichkeit;  in der Galeria. Wiederum heitere und gut 
bewegte, aber schon manierirt gebildete Putten, prächtige Gewölbe- 
decorationen, und an der einen Wand die mehr als lebensgrosscn Hel- 
den des Hauses Doria, unglücklicher Weise sitzend und dennoch in 
gezwungenen dramatischen Beiügen zu einander, aber dem Charakter
        

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