Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Malerei (Nebst Register über alle drei Theile)
Person:
Burckhardt, Jacob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1047000
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1047370
Malerei (165 Mittelalters. 
Catacombenbllder. 
727 
ääfß 
Die Geschichte der christlichen Malerei beginnt mit den Gemälden 
der Catncomben, welche theilweise bis ins III. Jahrhundert hinauf- 
reicheu. Allein beider gegenwärtigen Lage der Sachen ündet man 
sich wesentlich auf zum Theil alte und sehr freie Abbildungen be- 
schränkt, wenn man sich den Gesammtcharakter dieser Gattung klar 
machen will. Vieles ist nämlich durch den Zutritt der Luft und des 
Fackeldampfes erloschen und unsichtbar geworden und existirt nur 
in den Sammelwerken fort; Anderes ist überhaupt nicht mehr zu- 
gänglich (durch Vermauerung) oder nur mit Schwierigkeiten. In dem 
einzigen Arme der Catacomben Roms , welcher Jedermann gezeigte 
wird (mit dem Eingang in S. Scbastiauo) sind kaum 'n0ch einige 
dürftige Reste von Arzibesken zu erkennen; diejenigen bei S. Agnese,b 
welche in den letzten Jahren eine wichtige Ausbeute sollen geliefert 
haben, werden nur auf besondere Verwendung geöffnet. Zu einigem 
Ersatz dienen die ganz anders angelegten grossen unterirdischenc 
Räume bei S. Gennaro de' Poveri in Neapel; hier sieht man noch 
beträchtliche Überreste von altchristlichen und auch heidnischen Ma- 
lereien und Ambesken, doch nichts von derjenigen künstlerischen und 
rehgionsgesßhichtlichen Bedeutung, welche einzelnen nicht mehr sicht- 
baren Catecombenbildern Roms innewohnte. Zudem überwiegt in 
NeaPel nicht das Altchristliche, sondern die (schon byzantisirenden) 
Heiliseniisuren etwa. vom VII. Jahrh. abwärts. 
 Auf den Styl Voll Kunstwerken, deren Besseres der Reisende nur 
1m seltensten Fall zu Gesicht bekömmt, dürfen wir uns hier natürlich 
nicht einlassen. Genug, dass derselbe in Figuren und Arabesken eine 
mehr und mehr ins Starre und Formlose gehende Ausartuxig des an-
        

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