Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Malerei (Nebst Register über alle drei Theile)
Person:
Burckhardt, Jacob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1047000
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1049192
Porträts der römischen Zeit. 
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rigen Bildnissen herrscht hier der Styl eines historischen Denkmals, 
eine freie Grösse, Welche zu jeder That bereit scheint und in jedem 
Geschiehtsbilde ihre Stelle fände. Die Ausführung, soweit sie unbe- 
rührt geblieben, ist höchst gediegen. 
Der Violinspieler (Palazzo Sciarra in Rom). Rafael maltea 
im Jahr 1518 gewiss keinen Virtuosen auf dessen Bestellung. Wahr- 
scheinlich ein Günstling des überaus musikliebenden Leo X. Im höch- 
sten Grade interessant, sodass die Phantasie den Lebensroman dieses 
Unbekannten von selbst aufbaut. Der Pelz, welchen der junge Mann 
nöthig hatte, ist mit Raflinement behandelt. 
Von dem Porträt der Johanna von Aragonien sind alle bes- 
sern Exemplare im Norden. Einem unbekannten Nachfolger Lionar- 
do's hatte die prachtvolle Repräsentation, welche die Seele dieses 
Porträts ausmacht, so eingeleuchtet, dass er es, mit dem stereotypen 
Idealkopf seiner Schule, wiederholte. Diess ist das Bild im Pal. Doriab 
zu Rom. Es stellt nicht mehr jene bestimmte Dame vor und ist nicht 
von Lionardo, giebt auch weder die Liehtvvirkung noch die Neben- 
saehen des besten Originals (im Louvre) irgend genau wieder. Der 
süsse und milde Kopf Will gar nicht mehr zu all dem Pomp von Seide 
und Sammet und zu der gebietenden Haltung passen. 
Die Improvisatorin Beatrice (vermeintliche Fornarina, in derc 
Tribuna der Uflizien, datirt 1512). Ein YVunder der Vollendung und 
des Colorites, aus der Zeit der Madonna di Isloligno. Scheinbar ein 
Idealkopf, bis man bemerkt, dass ein nicht ganz schönes Verhiiltniss 
des Mundes und Kinns durch glückliche Schiebung verheimlicht wird. 
Längere Zeit dem Seb. da] Piombo zugeschrieben, jetzt wohl ohne 
Widerspruch dem R. vindieirt. Vorzüglich schön erhalten 1). 
Die wahre Fornarina, Rafaels Geliebte. (Das als eigenhändig 
anerkannte Exemplar, mit starken Restaurationen, im Pal. Barberinid 
zu Rom; WViederholrmgen von Schülern im Pal. Sciarra und im PaLe 
Borghese.) Der Composition nach unverholen ein sehr schönes Act-f 
bild; die Haltung der Arme und der Kopfputz sind vom Maler ver- 
i) Das gleiche Weib ist wohl dargestellt in einem schönen Bilde, welches ins 
der Galerie zu Modem dem Giorgione beigelegt wird; nur ist das Haar hier 
goldfarbig, mit einer Blume darin. Mir erschien das Bild wie _ein Palma 
vecchio. An der Bruslwehr die Chiffre V.
        

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