Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Malerei (Nebst Register über alle drei Theile)
Person:
Burckhardt, Jacob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1047000
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1048881
S78 
Malerei des XVI. Jahrhunderts. 
Michelangelo. 
haupt keine heiligen Familien malen. Der Hintergrund ist, wie bei 
Luea Signorelli, mit Aktiiguren ohne nähere Beziehung bevölkert. Der 
kleine Johannes läuft an der steinernen Brustwehr mit einer spötti- 
sehen Miene vorbei. 
a Im Pal. Buonarroti zu Florenz (S. 665, a) sind eine Anzahl Zeich- 
nungen ausgestellt, unter welchen die einer saugenden Madonna 
besonders schön ist;  ein früherer Entwurf des Weltgerichtes;  
ein vielleicht von M. begonnenes grosses Bild der heil. Familie, das 
er aber den vielen Verzeichnungen und Roheiten zufolge schwerlich 
bselbst ausgemalt haben kann.  In der Brera zu Mailand die ehemals 
in Rafaels Besitz befindliche (und ihm selber trotz der von seiner Hand 
herrührenden Unterschrift „Michelle angelo bonarota" beigelegte) Tusch- 
zeichnung des sog. Götterschiessens, il bersaglio de' Dei; nackte 
Gestalten, aus der Luft niedersausend, zielen mit höchster Leidenschaft 
nach einer mit einem Schilde gegen ihre Pfeile geschützten Herme, 
indess Amor auf der Seite schlummert; eine herrliche Gruppe, aus 
bereits knieenden, laufenden und noch schwebenden Figuren zu einem 
unvergleichlichen Ganzen gebildet. Rafael mochte ein anregendes Pro- 
blem darin finden, dieselbe durch einen seiner Schüler in Fresco, und 
zwar von der umgekehrten Seite, ausführen zu lassen; Wenigstens ist 
cdiess der Inhalt eines der drei Frescobilcler, welche aus der sog. Villa 
di Raifaelle in den Pal. Borghese zu Rom übergegangen sind. 
Andere Compositionen existiren nur in Ausführu ngen von der 
dHand der Schüler. -Ich Weiss nicht, ob das Bild der drei Parzen, 
im Pal. Pitti (ausgcführti) von Rosso Fiorcntiuo) unbedingt in diese 
Categorie gehört; Michelangelo hätte einen solchen Gegenstand wohl 
egewaltiger aufgefasst.  Mehrmals (z. B. Pal. Seiarra und Pal. Cor- 
sini in Rom) kommt eine heil. Familie von besonders feierlicher In- 
tention vor; Maria, auf einer Art von Thron sitzend, legt eben das 
Buch Weg und sieht auf das fest schlafende, grandios auf ihrem Knie 
liegende Kind; von hinten schauen lauschend herüber Joseph und der 
{kleine Johannes.  In der Sacristei des Laterans: eine Verkündigung, 
gvon Marcello Venusti ausgeführt.  Christus am Ölberg, nicht eben 
glücklich in zwei Momente geschieden, u. a. im Pal. Doria zu Rom. 
1) Nach Ansici 
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nes verel 
rtcn Freundes Hrn. 
Direclor Waagen.
        

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