Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Malerei (Nebst Register über alle drei Theile)
Person:
Burckhardt, Jacob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1047000
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1047320
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Antike Malerei. 
Pompej anisches. 
a chen das Treffliche vorwiegt, so im I. Saal rechts: die Strafe der Dirce, 
bzwei Göttinnen mit Eroten etc; II. Saal, ausser den genannten: The- 
seus als Retter der athenischen Kinder, der Musikunterricht des jungen 
Satyrs, Medea, Bacchus und Ariadne, Perseus und Qndromeda, Ohi-. 
ron und Achill, Herakles mit dem Centauren, Achill und Briseis, Mars 
und Venus etc. Allein neben dem Allerbesten, neben einzelnen Mo- 
tiven, die nur von den Grössten geschaifen sein können, finden sich 
auffallend schwache Füllgedanken. Man kann sich der Vermuthimg 
nicht erwehren, als habe man zusammengedrängte oder auch zerpflückte 
Excerpte aus vorzüglichen Compositionen vor sich. -In Pompeji sind 
cvon grossen Bildern noch an Ort und Stelle: Diana und Actäon (in 
d der Casa di Atteone), die Vorbereitung eines Heros zum Bade (Casa 
di Meleagro u. a. m.) 
, Von diesem Urtheil macht allerdings eine glänzende Ausnahme 
die sog. Alexanderschlacht , das. schönste Mosaik des Alterthums. 
(Gefunden in der Cesa del fauno zu Pompeji, jetzt am Boden der 
e Halle der Flora im Museum zu Neapel.) Es stellt eine Schlacht von 
Griechen oder Römern gegen Kelten vor. Ich habe nichts gegen den 
iiberquellenden Enthusiasmus, womit neuerlich dieses Werk besprochen 
wird, nur möge man es dann wenigstens richtig deuten und nicht z. B. 
den Mann auf dem Wagen beharrlich für den Barbarenkönlg halten, 
Während doch die ganze Oomposition sich auf den gestürzten und vom 
Feind durchbohrten Reiter in königlichem Prachtcostiim bezieht.  
Der grösste Werth dieses in seiner Art einzigen Gemäldes besteht 
nicht in einer tadellosen Zeichnung oder in der Ausdrucksweise des 
Einzelnen, sondern in der ergreifenden Darstellung eines bedeutenden 
Momentes mit möglichst geringen Mitteln. Durch die Wendung des 
Wagens und der Pferde und durch einige sprechende Stellungen und 
Geberden ist auf der rechten Seite ein Bild der Rathlosigkeit und Be- 
stürzung gegeben, welches nicht deutlicher und nur in äusserlichem 
Sinne vollständiger sein könnte. In den Siegern, soweit die linke 
Seite erhalten ist, drückt sich das unaufhaltsame Vordringen mit der 
grössten Gewissheit aus. Ob das Ganze für die Ausführung in Mo- 
saik componirt oder eher einem Wandgemälde nachgebildet ist, bleibt 
zu entscheiden.
        

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