Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Malerei (Nebst Register über alle drei Theile)
Person:
Burckhardt, Jacob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1047000
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1048749
864- 
Malerel das XVI. Jahrhunderts. 
Lionardo. 
pie im Pal. Spada zu Rom. Unfähig, den Sieg von Argumenten über 
Argumente darzustellen, gab die Malerei hier den Sieg himmlischer 
Reinheit und Schönheit über das Befangene und Gemeine. Beschrän- 
kung des Letztern auf wenige Halbfiguren , mit welchen die bedeut- 
sam vortretende Hauptgestalt "sich kaum beschäftigt. (Sonst nur all- 
zuoft ein Kind in einer grossen Tempelhalle, verloren unter einer 
Schaar von Menschen, die doch am Ende ihre Majorität auf rohe Art 
beweisen könnten.) 
a Ein kleiner segnender Christus, vielleicht am ehesten von Salaino 
ausgeführt, in der Gal. Borghese, scheint ein unmittelbarer Gedanke 
des Meisters zu sein. 
Von dem berühmten Bilde der heil. Anna, auf deren Kniee die 
sich zu den Kindern abwärts neigende Maria sitzt, ist selbst das Ge- 
mälde im Louvre nur eine Ausführung von Schülerhand. Eine klei- 
bnere, von Salaino, in den Uffizien, erscheint im Ausdruck so holdselig 
als irgend ein Bild des Meisters, auch mit grosser Liebe ausgeführt, 
offenbart aber nur um so klarer, wie tief die Schüler in der Zeich- 
nung und Modellirung unter ihrem Vorbilde standen. 
Ein Originalwerk Lis ist endlich die braune Untermalung einer 
cAnbetung der Könige, in den Uffizien; überfüllt, theilweise nur 
erster Entwurf, aber hochbedeutend durch den Contrast der rituellen 
Andacht in den vorn Kuieenden mit der leidenschaftlichen in den 
Nachdrängenden. Fülle des Lebens auf strenger und grossartiger 
Grundlage. 
Von demjenigen Werke, durch welches Lionardo am stärksten 
auf seine Zeitgenossen wirkte, von dem 1503 und 4 gezeichneten 
Carton der Schlacht" bei Anghiari (für den grosssen Saal im Pal. vec- 
chio zu Florenz), ist nur die Erinnerung an eine einzige Gruppe im 
Kupferstich gerettet. 
Endlich hatte er schon vor 1499 zu Mailand das weltberühmte 
dAbendmahl im Refectorium des Klosters von S. Maria delle grazie 
vollendet. (Bestes Licht: um Mittag?) Der ruinöse Zustand, der 
schon früh im XVI. Jahrhundert begann, hat seine einzige Haupt- 
ursache darin, dass L. das Werk in Öl auf die Mauer gemalt hatte. 
(Das gegenüberstehende Freseo eines mittelmässigen alten Mailünders, 
Montorfano, ist ganz gut erhalten.) Schmähliehe Übermahmgen, zu-
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.