Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Malerei (Nebst Register über alle drei Theile)
Person:
Burckhardt, Jacob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1047000
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1048732
Bildnisse. 
Madonnen. 
I-Ialbügurenbilder. 
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beginnt darin dasjenige höhere Liniengefühl, diejenige Vereinfachung, 
welche in Rafael ihre Vollendung findet. Von dem ilorentinisch Häusli- 
chen früherer Madonnen z. B. ist darin nur noch ein Nachklang.  
Die bedeutendsten Werke sind wiederum im Ausland, und von den in 
Italien befindlichen blieben die der mailändischcn Privatgalerien dem 
Verfasser unbekannt. (Madonna des Hauses Araciel in Mailand; einen 
Mater dolorosa; wahrscheinlich auch Wiederholungen derVierge au bas- 
relief; Porträts etc.) Von den in Italien vorhandenen Werken aber sind 
nur noch sehr wenige als Originale anerkannt; weit die meisten gelten 
entweder als Arbeiten der Schüler nach Entwürfen und Gedanken 
Lionardds oder geradezu als Oopien derselben nach vollendeten Wer- 
ken seiner Hand. 
Diese Schüler, deren eigene Werke mit den Formen und Motiven 
Lfs noch ganz erfüllt sind, hatten sich ihm in Mailand angeschlossen; 
hier kommen vorerst Bernardino Luini und Andrea Salaino 
am meisten in Betracht. 
Ein Originalwerk Lionardols ist zunächst das Fresco der M a-b 
donna. mit einem Donator auf Goldgrund, in einem obern Gang des 
Klosters S. Onofrio zu Rom (1482  noch am meisten ilorentinisch, 
sodass sich der Mitschüler des L. di Credi zu erkennen giebt. 
Eine Madonna, die sich in der Gal. Borghese befinden soll C?  c 
neben ihr eine Wasser-Hasche mit Blumen) gilt ebenfalls noch als frühes 
Werk. 
In der Brera zu Mailand gilt nur eine unvollendete Madonna als d 
eigenhändiges Werk. 
„Eitelkeit und Bescheidenheit", im Pal. Sciarra zu Rom, verra- e 
then durch die verschwimmende Modellirung die Hand des Luini, nach 
den nicht sehr schön, in Parallelen und rechten Winkeln geordneten 
Händen zu urtheilen ist auch das Arrangement Wenigstens dieser Theile 
schwerlich von Lionardo angegeben. Die Charaktere sind unerschöpf- 
lich schön.  
Von der Halbfigur Johannis d. T. (Louvre), mit dem hochschwär- 
merischen Ausdruck, giebt keine der in Italien vorhandenen Copien 
einen würdigen Begriif, selbst die mailändischen nicht. 
„Christus unter den Schriftgelehrten", ein Halbiigurenbild; das inf 
England befindliche Original nur von Luini ausgeführt; eine gute Go-
        

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