Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Malerei (Nebst Register über alle drei Theile)
Person:
Burckhardt, Jacob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1047000
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1048436
Nie. Alunno. 
Piano Perugmo. 
833 
sisi: geringe Fragmente eines Altarwerkes, in die Wand eingelassen. 
 Die übrigen Gemälde in Diruta, S. Severino, Gualdo, Nocem, unda 
1a Bastia unweit Assisi.  Im Ganzen wendet Alunno jene hohe 
Steigerung des Ausdruckes noch sehr miissig an und gleicht sogar im 
einzelnen Fall eher den Paduanern. 
Pietro P erugino (de castello plebis, wie er sich selbst von sei- 
ner Vaterstadt Cittä. della. pieve nennt, eigentlich Vanueci, 1446-1524) 
ist in seiner frühern Zeit wesentlich ein Florentiner. Wie weit Alunno 
oder Piero dells. Frnncesca oder in Florenz Veroechio und L. di Credi 
einzeln auf ihn eingewirkt, kommt wenig in Betracht; die Hauptsache 
war der Eindruck der dortigen Kunstwelt als Ganzes, der ihn völlig 
bestimmte. Dieser ersten Periode gehören seine Fresken in der sixti-b 
nischen Capelle, Christi Taufe und die Verleihung des Amtes der 
Schlüssel (S. 810, d) an, vielleicht auch die Anbetung der Könige in 
S. Maria nuove zu Pcrugia (links vom Bilde Alnnnds), Werke welchen 
bei grosser Tüchtigkeit und Schönheit doch kaum einen Zug von Dem 
haben, was seine spätem Bilder beseelt.  Aus der schönsten Mitte 
seines Lebens stammt dann die Anbetung des Christuskindes in derd 
Gemüldesammlung der Villa Albani (1491) und das Frescobild im Ca- 
pitelsaal von S. M. llladalalcna de, Pazzi zu Florenz (nur mit OPZ-e 
bischöflicher Erlaubniss zugänglich).  Schon vor 1495 licss sich dann 
Pietro fest in Pcrugia nieder und eröffnete seine Schule. Von da an 
beginnt erst jene grosso Reihe von Gemälden, in welchen er den 
Ausdruck der Andacht, der Eingebung, des heiligen Schmerzes in die 
tiefsten Tiefen zu verfolgen scheint. 
Wie vieles in seinen Werken soll man ihm nun als baare Münze 
abnehmen?  Er kam in Perugia. offenbar nur einer bereits herr- 
schenden Gefiihlsrichtung entgegen, die er mit einem ganz andern, 
durch die gedankenloseste Wiederholung nicht zu tödtenden Schön- 
heitssinn und mit weit grössern Kunstmitteln zur Darstellung brachte 
als seine Vorgänger. Als die Leute sich an seinem Ausdruck gar 
nicht ersättigcn konnten, als er inne wurde, was man ausschliesslich 
an ihm bewunderte, gab er das was er sonst wusste und konnte 
Preis, vor allem das imabliissige florentinisehe Lebensstudium. Be- 
B. Ciccrone. 53
        

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