Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Malerei (Nebst Register über alle drei Theile)
Person:
Burckhardt, Jacob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1047000
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1048422
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Malerei des XV. Jahrhunderts. 
Umbrien. 
und harten Äusserungen desselben vorlieb, wie die Legendenfresken 
ades Bened. Bonf i gli in einem obern Raum des Pal. del Commune 
zu Perugia (seit 1454) beweisen, Compositionen, deren eigenthiim- 
lichster Werth in den sehr gut dargestellten Banlichkeiten besteht. 
b(Vom Dems. in S. Pietro, hinten links, eine Pietät; in S. Domenico, 
S. Bernardino, u. a. a. O. in Perugia mehreres.)  Aber eine deutlichere 
Vorahnung des spätern Schulgenius liegt doch eher in den harmlosen Ma- 
lereien, welche an einzelnen Häusern der genannten Städte, besonders zu 
Assisi, auch in und an kleinem Kirchen u. s. w. insgemein die Mutter 
Gottes und die Schutzheiligen verherrlichen. S0 ist z. B. das Kirch- 
clein S. Antonio in Assisi (an der Strasse, die von S. Francesco nach 
der Piazza führt, rechts) aussen und innen von verschiedenen Händen 
bemalt; Einiges ist sienesisch iholdselig, Anderes sind Versuche in 
fiorentinischem Sinn; zwei Heilige im Bilde der Hinterwand haben 
auch schon etwas Verzücktes; sonst herrscht eher Das vor, was wir 
Gemüthlichkeit zu nennen pflegen. 
Auch Fiorenzo di Lorenzo geht über diese Linie noch nicht 
d hinaus. (In der Saeristei von S. Franceseo dei conventuali zu Peru- 
gia: Petrus, Paulus und eine Madonnenlunette.) 
Erst Niecolö Alunno von Foligno schlägt denjenigen Ton 
an, welcher dann bei Perugino so mächtig weiterklingt: es ist der 
Seelenausdruck bis zur schwärmerischen, ekstatischen Eingebung, in 
Köpfen von zartester, reinster Jugendschönheit. Niccolifs Bildung 
war eine ziemlich geringe, seine Malerei bisweilen roh, seine Anord- 
nung unbehülflich,  allein noch heute dringt bisweilen ein Maler 
mit eben so beschränkten äussern Mitteln, durch den blossen Aus- 
druck zu einer hohen, wenn auch nur provincialen Geltung durch. 
eVon seinen zugiinglichern Werken (z. B. im Pal. Colonna zu Rom, 
fin der Brera zu Mailand, wo sich eine bedeutende Madonna mit En- 
geln vom Jahr 1465 befindet) ist wohl das wichtigste, eine Ver- 
kündigung mit Gott-Vater und einer frommen Gemeinde, in S. Maria. 
nuova zu Perugia (Quer-schuf links); Wunderbare Bildung der Köpfe 
des Gabriel und der Madonna; die Andacht der Engel völlig naiv. 
g- In Foligno: S. Maria infra portas: verdorbene Fresken;  S. Nic- 
hcolö: Altarbild von mehrern Tafeln, eines der bestausgeführten; auch 
eine Krönung Mariä. mit 2 knieenden Heiligen.  Im Dom von As-
        

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