Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Malerei (Nebst Register über alle drei Theile)
Person:
Burckhardt, Jacob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1047000
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1048334
Die Vivarini. 
Die Bellini. 
Historienmalerei. 
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Schule, doch auf verschiedene-WVeise von ihr abhängig: Mzu-co Ba- 
saiti, Vittore Carpaccio, Giov. Mansueti, Lazzaro Sebastiani, 
Boccacino von Oremona, Marco Marziale u. a. 
Die Grösse dieser Schule ist sammt ihrer Einseitigkeit in allen Ein- 
zelnen so gleichartig (wenmauch mit grossen Verschiedenheiten) aus- 
geprägt, dass auch die Besprechung eine gemeinsame sein darf. Noch 
einmal in diesem Jahrhundert der sonst entfesselten Subjectivität ord- 
net sich hier der Einzelne den allgültigen Typen unter. Oifenbar sind 
es die Besteller, welche die Schule im Grossen bestimmen. 
Vor Allem gab sich die Schule mit der erzählenden Malerei fast 
gar nicht ab und Wo sie es that, steht sie mit aller Farbengluth und 
Einzelwahrheit doch im Gedanken neben den Florentinern unendlich 
zurück. Selbst in der grossen „Predigt des heil. llIar-cus in Alexan-a 
drien" des Gentile Bellini (Mailand, Brera) handelt es sich um 
gleichgültig zusammengestellte Figuren von einer gewissen puppen- 
haften Nettigkcit; ebenso in seinem „Mirakel des heil. Kreuzes" undh 
in der „Procession" mit dieser Rcliquie (Acad. von Venedig). An der 
Fortsetzung dieser Reliqniengescliichte hat dann auch G arp a c eio (nebst 
seinen Schülern Mansueti und Sebastiani) gearbeitet, welcher über- 
haupt hier der fast alleinige Erzähler ist; in derselben Sammlung sindc 
von ihm auch acht grosse, figurenrciehe I-Iistorien der heil. Ursula; 
in der Seuola di S. Giorgio degli Schiavoni zwei Reihen kleinerer Ge- d 
schichten der llll. Georg und Hieronymus. Wenn naive Einzelziige, 
malerisch bequeme Vertheilung im (baulich und landschaftlich schönen) 
Raum, lebendige und selbst jugendlich reizende Köpfe , endlich eine 
oft erstaunliche Leuchtkraft der Idarbe zusammen schon ein Historien- 
bild ausmachten, so hätte C. sein Ziel erreicht. Das Interessanteste 
an jenen Reliqufcnbildern bleibt die bunte Schilderung des mittelalter- 
lichen Venedig.  In den Uffizicn: Mansuctiüs Christus unter dene 
Schriftgelehrten.  Viele historische Bilder gingen freilich bei den 
Bränden des Dogenpalastes unter 1). Fresken oder gar Freskencyclen 
kommen nicht vor. 
 Der in Venedig gebildete, dann besonders in Padna thiitige Bergamaslae Gi- 
rolamo da Santa Cr occ mag hier nur beilänlig genannt werden. Am 
bekanntesten durch seine frühern Bilder mit kleinen Figuren (lllarter des; 
h. Laurentius im Museum von Neapel), hat er später sich die Freiheit der
        

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