Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Malerei (Nebst Register über alle drei Theile)
Person:
Burckhardt, Jacob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1047000
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1048269
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Malerei des XV. Jahrhunderts. 
Mantegna. 
Um der höchst genauen, selbst scharfen Ausführung willen begnügte 
sich M. (wie überhaupt die paduanische Schule, z. B. die Maler des 
Pal. Schiia-noja) nicht mit dem Fresco , sondern versuchte von Bild 
zu Bild andere Malarten. Reichthum der entferntern Gruppen, der 
baulichen und landschaftlichen Hintergründe, der mit Faltenwerk, 
Glanzlichtern, Reflexen u. s. W. überladenen Gewandung.  Ganz neu 
und dem M. eigen erscheint die mehr oder weniger durchgeführte Per- 
spective, das Festhalten eines Augenpunktes. Er ist neben Melozzo 
der einzige Oberitaliener dieser Zeit, welcher ein durchgebildetes 
Raumgefühl besitzt. Mehrere der schon genannten Florentiner müs- 
sen, wenn auch nur mittelbar, von ihm gelernt haben.  Im Ganzen 
erinnert er viel an Benozzo, nur erscheint dieser neben ihm wie ein 
anmuthiger Improvisator neben einem Kunstdichter. 
a (Andere Fresken in Mantua, Castello di corte, Stanze. di Man- 
tegna; Scenen aus dem Leben des Lodovico Gonzaga.) 
Unter seinen Staffeleibildern ist die stark restaurirte Gestalt der 
bheil. Eufemia im Museum von Neapel (1454) das frühste und viel- 
leicht grossartigste Programm der ihm erreichbaren Idealscbönheit. 
In kleinern Bildern geht seine Ausführung in eine prächtige Miniatur 
cüber. Das dreitheilige Altärchen in den Uflizien (Tribune) und eine 
kleine Madonna in Felslandschaft (dies. Sammlung) sind in diesem 
Betracht wahre Juwelen, obwohl die Charaktere nirgends gross und 
mit Ausnahme des Madonnenkopfes kaum angenehm sind.  Von 
d grössern Altarbildern ist nur dasjenige auf dem Hochaltar von S. Z eno 
zu Verona (Madonna mit Heiligen) in Italien geblieben; ein Haupt- 
werk für das ganze Empfinden und Können der Schule.  In der 
eBrera zu Mailand u. a. das grosse Temperabild eines heil. Bernardin 
mit Engeln (1460  auch als decoratives Prachtstück merkwürdig.  
In Scenen des Affektes ist Mantegna bisweilen derb und unschön, 
fwie z. B. die Pieta in der vaticanischen Galerie, ein sehr energisches 
und vielleicht echtes Bild 1), zeigt. 
Manches führt dann entschieden mit Unrecht seinen Namen. Drei 
gkleine phantastische Legendenbilder im Pal. Doria zu Rom möchten 
heher von einem Ferraresen sein;  vier Miniaturbilder im Pal. Adorno 
eher von Bartol. 
Montagna ?
        

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