Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Malerei (Nebst Register über alle drei Theile)
Person:
Burckhardt, Jacob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1047000
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1047262
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Antike Malerei. 
Etrusker arbeiten. Die Gebräuche, Trachten und Mythen, welche sie 
darstellen, sind fast ausschliesslich griechisch. Der Zeit nach mögen 
sie meist in das VL-III. Jahrh. v. Chr. fallen; zur Zeit der Römer- 
hcrrschaft über Italien wurde nicht mehr in diesem Styl gearbeitet 
und Pompeji liefert z. B. keine Vasen der Art mehr. 
Zum täglichen Gebrauch für Küche, Tisch und Waschung haben 
Wohl nur die Wenigsten gedient. Ihre Bedeutung ist eine festliche, 
man erhielt sie als Kampfpreis, als Hochzeitgeschenk u. s. W.; hatte 
man sie das Leben hindurch als Schmuck in der WVohnung vor sich 
gehabt, so erhielt sie der Tcdte zur Begleitung mit in das Grab. 
Viele aber, und zwar von den wichtigsten, wurden wohl ausschliess- 
lieh für den Gräberluxus des alten Italiens gefertigt. Rings um die 
Leiche herum pflegen sie in den Gruftkammern gefunden zu werden, 
leider fast durchgängig in einer Menge von Scherben, die sich nicht 
immer glücklich zusammensetzen lassen. 
Es sind Gefässe jeder Gattung und Gestalt, von der riesigen Am- 
phore bis zum kleinsten Näpfchen. Da sie aber nicht zu gemeinem 
Gebrauche benützt wurden, konnte man an jeder Form  Amphore, 
Urne, Topf, Schale, Trinkhorn u. s. w.  das Schöne und Bedeu- 
tende nach Belieben hervortreten lassen. 
Mit höchstem Wohlgefallen verweilt das Auge schon bei den 
Formen und Profilen, welche der Töpfer dem Gefäss gab. Die strenge 
plastische Durchführung, Welche wir an den marmornen Prachtvasen 
fanden, wäre hier nicht an der Stelle gewesen; was aber von einfach 
schöner Form mit dem Drehrad vereinbar ist, das wurde angewandt. 
Freilich sind die von freier Hand gearbeiteten Henkel oft ganz be- 
sonders schön und lebendig.  
Die aufgemalten Ornamente tragen ebenfalls nicht wenig zur Be- 
lebung des Gefasses bei, indem sie gerade für ihre Stelle und Func- 
tion bezeichnend gebildet sind. 
Den untern Auslauf der Henkel schmücken oft ganze Büschel 
von Palmetten (d. h. immer ein oval gespitztes Blatt von geschwunge- 
nen kleinen Seitenblättern begleitet), in welchen gleichsam die über- 
schüssige Elastieität sich ausströmt. Am obern Rande der Vase, als 
Sinnbild des darin Enthaltenen, zieht sich wellenförmiges Blumwerk 
hin; den Hals umgeben strengere Palmetten oder auch bloss senk-
        

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