Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Sculptur
Person:
Burckhardt, Jacob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1067806
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1068863
Kinderstatuen. 
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einen, Kriigcn u. s. w. (Museum von Neapel, grosse Bronzen.) Anderes a 
ist Travestie des Treibens der Erwachsenen, so die kleinen Ringkam- 
pfer, Fackelläufer, Trophäenträger (Mus. Chiar. und oberer Gang desb 
Vaticaus); vorzüglich lustig ist das Spiel der Kinder mit tragischen 
Masken dargestellt, z. B. in dem kleinen Jungen, welcher den Arm 
durch den Mund der Maske steckt (Villa Albani, Kaffehaus), undß 
vollendet trefflich in einem Knaben des Museo capitolino (Zim-d 
mer des Fauus), welcher das unbequeme Ding anprobiren Will und es 
einstweilen quer über den Kopf sitzen hat. Das Verhältniss zu den 
Thiercn ist theils das des frohen Besitzes (der Knabe mit den Vögelne 
im Schürzchen, Mus. Chiarann; die Knaben mit Enten, Hähnen, Haus-f 
schlangen u. s. w., oberer Gang des Vaticans, obere Galerie des Museog 
capitolino; Villa Borghese, Zimmer der Musen und des Hermaphro-h 
diten; Uffizien, Halle des Hermaphroditen), theils das des Schutzes,i 
wie z. B. in dem zierlichen Mädchen des Museo capitolino (Zimmcrk 
des sterbenden Fechters), welches ihr Vögelchen vor einem Thier 
schützt (der rechte Arm und die Schlange restaurirt); theils aber das der 
siegreichen Bändigung, wie z. B. in dem bewundernswerthen Kna-l 
bcn mit der Gans (Museo capitolino, Zimmer des Fauns); auch 
wohl das der muthwilligen Quiilerei, wie z. B. in dem Knaben, derm 
einer Gans die Hände vor den Hals hält und ihr auf den Rücken 
knieet (Museum von N eapel, Halle des Adonis, stark restaurirt). Sonst 
wurden auch wohl weinende und lachende Kinder als Gegenstücke 
gefertigt; in den genannten Sammlungen dergleichen von geringer Ar- 
beit. Einzig in seiner Art und mit drollig absichtlichcr Hervorhebung 
eines bestimmten Typus: der (weissmarmorne) Mohrenknabe als Bade-n 
diener, oberer Gang des Vaticans.  Es versteht sich, dass auch 
Kinderporträts vorkolnmen, niedlich in kleiner Toga drapirt, oft mit 
dem runden Amulet, der Bulla, auf der Brust. Eine artige Basaltfi- o 
gur dieser Gattung in den Ufiizien (Halle der Inschriften). 
Das vorausgesetzte Alter der Kinderstatuen ist in der Regel das 
dritte bis fünfte Jahr und überschreitet nur selten das siebente oder 
achte Jahr. Von ältern bekleideten Mädchen ist die graziöse Knö- 
chclspielerin ein Beispiel, von der ich in den italienischen Samm- 
lungen kcin Exemplar kenne. Die Darstellung des Nackten Wich dem. 
Zeitraum zwischen dem Kindesalter und dem ausgebildeten Knabenalter
        

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