Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Sculptur
Person:
Burckhardt, Jacob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1067806
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1068847
Kinds rstatuen. 
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timentalen, was die jetzige Sculptur so gerne in das kindliche Wesen 
hineinträgt; sie gehen durchweg das Drollige, Sehalkisehe, Lustige, 
auch wohl das Zänkisehe und Diebische, vor Allem aber diejedige 
derbe Gesundheit und Kraft, Welche ein Hauptattribut des Kindes 
sein sollte. Oft und mit Vorliebe ist z. B. Herrschaft und Sieg des 
Knäbehens über kleinere Thiere dargestellt.  Die Arbeit erhebt sich 
nur ausnahmsweise über das Decorative, den Gedanken aber wird 
man meistens frisch und trefflich nennen dürfen. Die grösste Menge 
von Kinderiiguren findet sich zu Rom beisammen im Museo Ohiara- 
monti und im obern Gange des Vaticans; mehrere treffliehe im Mu- 
seo capitolino und in der Villa. Borghese; eine Anzahl geringer im 
Palazzo Spada u. a. a. 0.; ausserdem ergiebt das llluseum von Neapel 
einzelnes Wichtige, die Ufiizien in Florenz fast nur Geringes. (Einige 
gute kleine Bronzen daselbst, II. Zimmer der Bronzen, 2. und 6.61 
Schrank.) Zwei gute Köpfchen im Museo zu Parma. b 
Zunächst sind es einige göttliche WVesen, welche sich die 
Phantasie gerne in ihrer frühen Jugend vor-stellte. Die Kunst hiitete 
sich wohl, etwa durch absichtliche Vergeistigung den künftigen Gott 
nnzudeuten; sie gab nur ein Kind, mit iiussern Andeutungen in 'l'racht 
und Attributen. S0 der öfter vorkommende kleine Hermes (Vaticanß 
Mus. Chiar. und oberer Gang); auch wohl der kleine Baeehus, wenn 
man von den vielen Kindern mit Trauben (ebenda) eins oder das an- 
dere auf ihn deuten darf. Sehr häufig sind die Heraklisken, von 
zweierlei Art: entweder wirkliche Momente aus der Jugend des He- 
rakles, wie das Schlangenwiirgen (in einem zweifelhaften Mnrmorwerkd 
der Uffizien, Halle des Hermaphrodit-en, nach welchem das eherne 
Exemplar im Museum von Neapel, Abtheilung der grossen Bronzeme 
jedenfalls nur moderne Copie ist); oder komische Übertragungen des 
ausgewachsenen Heros mit Keule und Löwenhaut in die kindliche 
Gestalt  bisweilen schwer zu unterscheiden von blossen Kindern, 
die mit den genannten Attributen ihr Spiel treiben. In der Villa. Berg-f 
hese (Zimmer des Herakles) zwei dergleichen, einer ruhend, der an- 
dere mit der Keule drohend; ein dritter sogar als Herme; mehrere in 
den genannten Räumen des Vatieans; einer, zwar als Kind, aber eo-g 
lossal vergrössertfim grossen Saal des Museo capitolino, ein höchst h 
widerlich-komisches Werk von Basalt.  Sodann werden mehrere gött-
        

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