Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Sculptur
Person:
Burckhardt, Jacob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1067806
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1068827
Barbaren. 
Kelten. 
11-91 
Hosen und Mäntel wie die Asiaten, walu-scheinlich weil die Kunst 
von den griechischen Zeiten her daran gewöhnt war. Am Triumph- 
bogen des Septimius Severus, wo es sich um Wirkliche Asiaten, Par- 
tCher etc. handelt, ist auf das gelockte Haar noch ein besonderer Aecent 
gelegt. Ob in den beiden treiilichen Statuen der Hofhalle des Con-a 
servatorenpalastes auf dem Capitol eine besondere illyrische Nuance 
der Tracht zu bemerken ist, wie behauptet wird, mag dahingestellt 
bleiben. Sonst lernt man den Typus des Gesichtes am bequemsten 
kennen aus den drei colossalexi Daeierköpfen des Braccio nuovo imb 
Vatican; die düstre, bedeckte Stirn, das tiefliegende Auge, die lange, 
schräg herab reichende Nase (wo sie alt ist), der Schnurrbart, der 
halboffene Mund, endlich die Bildung der Unterlippe und des Kinns 
sind hier höschst bezeichnend gebildet. Anderwiirts ist das struppige 
Haar mehr hervorgehoben, auch nähert sich die Nase der Stülpnase, 
der Bart einem schmalen Knchelbart. 
Als Besiegte liessen sich die Barbaren trefflich zu tragenden 
und stützenden Fi g urcn brauchen, wie einst schon im grossen Tempel 
von Agrigent riesige Airicanei- als Atlanten das Gcsimsc des Innen- 
baues trugen. Eine kleine Nachbildung von diesen mag man etwa 
in den vortrefflich gedachten Figuren erkennen, welche im lkzpidarium c 
der Bäder von Pompeji den Sims stützen. Dagegen sind in zwei 
knieendcn Tragiignrcn von weiss und violettem Marmor (Paonazetto) d 
im Museum von Neapel (Halle der farbigen lNIarmoi-e) trotz ihrer 
schwarzen Köpfe und Iläntle keine Afrieaner, sondern Barbaren vom 
knnstüblichen Keltent_vpus_ dargestellt.  
Eine ähnliche knieende Figur, mit einem (restaurirten) Gefiiss auf 
der Schulter, im obern Gang des Vaticans, könnte vielleicht als einerß 
der Knechte gelten, welche den Priamns mit Geschenken in das Zelt 
Achills begleiteten. 
Nur mit grossem Bedenken wage ich der schon früher vorgekom- 
menen Vermuthung beizutreten, dass eine der berühmtesten Barbarell- 
statuen, der Schlcifer (llarrotino) in der Tribune. der Ufiizien zuf 
Florenz, ein modernes Werk sei. Es ist ein betagter, niederkauern- 
der Mann, der ein breites Messer auf einem am Boden liegenden 
Steine schleift und dabei empor sieht und horcht; man nimmt ihn für 
einen scythischen Sclaven Apolls und seine Aktion tiir eine Vorbe-
        

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