Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Sculptur
Person:
Burckhardt, Jacob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1067806
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1068792
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Antike Sculptur. 
Barbaren. 
Phryger- 
Sklaven. 
aMuseum von Neapel, Ilalle der farbigen Marmore, sowie  Weissmar- 
b morn mit schwarzen Zuthatcu  im Kaffeehaus der Villa Albani) etc. 
In dreierlei Typen hat die antike Kunst den Fremden, den Bar- 
baren personificirt und als stehendes Element der Darstellung ge- 
braucht. 
Der edelste dieser Typen ist der des Asiaten, speeiell des Ph r y- 
gers. Er unterscheidet sich in den ältern Werken, wie z. B. den tro- 
janisehen Figuren der Äginetengruppen, nur durch die charakteristische 
Tracht  Ermelkleid, Hosen und phrygisehe Mütze  von den Ge- 
stalten der classischen Welt. Später, als man mit allem Asiatischen 
durchgehende den Begriff der Weiehlichkeit verband, wurden die Er- 
mel und Hosen weit und faltig und ein reichwallender Mantel kam 
"hinzu. Dieser Art ist der sitzende Paris des Vaticans (Galerie. 
dclle statue), ein sehr glücklich gednchtcs NIVcrk, aber von unbedeu- 
tender Ausführung. (Paris als Knabe, s. oben.) Auch für die asiati- 
schen Gottheiten, die in den Kreis römischer Verehrung aufgenommen 
wurden, nahm später die Kunst diesen längst fertigen 'l'ypus in An- 
spruch, wie die häufigen Gruppen des Mithras auf dem Stier knieend 
f) (die beste freistehende im Vatican, Saal der Thiere, viele Reliefs überall) 
eund einzelne Gestalten des Attys beweisen._ (Diejenige der Ufiizien, 
erster Gang, ist stark restaurirt und überarbeitet.) 
Ganz anders verfuhr die Kunst mit (seytischen  Sklaven, welche 
meist in komisch-charakterisirencler Absicht gebildet wurden, als alte, 
stotternde, schlotterbeinige, dummhpfiftige Individuen, wie sie hie und 
da dem griechischen IIause zur Erheiterung dienen mochten. Eine solche 
Figur ist z. B. der sog. Seneea im Louvre, ebenso der Sklave mit dem 
fBadcgefüss, im obern Gang des Vaticans. Auch einzelne gute Köpfe 
kommen vor; man glaubt das Stannnehd des fremden Knechtes aus 
dem offenen Munde zu hören.  Possierliche Sklaven waren auch als 
gkleine Bronzen ein beliebter Gegenstand; mehrere der Art z. B. in 
den Uffizien (II. Zimmer d. B12, 6. Schrank). 
Endlich bildeten Griechen und Römer ihre Feinde ab, als Käm- 
pfende und als Überwundene. Der 'l'ypus, von welchem die griechische 
Kunst hiebei ausging, war nicht der des Persers, sondern der des
        

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