Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Sculptur
Person:
Burckhardt, Jacob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1067806
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1068712
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Antike Sculptur. 
Silan. 
Pan. 
a Die Folgen zeigen sich in einer kleinen Statue des Museums von 
Neapel (zweiter Gang); Silen, wahrscheinlich schrecklich gefoppt, 
bittet knieend und mit gefalteten Händen um Gnade. (Dasselbe Motiv 
nicht selten auf Vasen.)  Als Brunnenfigur drückt er auch wohl 
bsitzend mit aller Kraft auf einen läuubenbüschel, in welchem die 
Mündung angebracht ist. (Uffizien, Halle der Insehriften.) 
Bisweilen aber offenbart Silen eine höhere Natur; er ist der Er- 
zieher und Hüter des Bacchus während der bedrohten Jugend 
desselben gewesen. Mit dem göttlichen Kinde auf den Armen, freund- 
lich ihm zulaehend, erscheint er wieder als schlanker biirtiger Satyr 
in beginnendem Greisenalter, von gemässigter herakleischer Bildung, 
Von seinen Ziigen sind alle wesentlichen Elemente, aber sehr veredelt 
cbeibehalten. Eine gute Statue im Braccio nuovo des Vaticans; Köpfe 
dim Museum von Neapel (erster Gang) und in der obern Galerie des 
eMuseo capitolino;  bei weitem die beste Statue dieses Typus, in 
der Detaildnrchführung als clessisch geltend, ist mit der alten borghe- 
sischen Sammlung in den Louvre übergegangen. 
Eine bedeutende Stufe tiefer nach der Thierwelt zu finden wir 
die Pane. Das einsame halbgöttliehe, halbthierische Waldwesen hat 
sich, den vorhandenen Kunstwerken nach, längst in den Kreis der 
dionysischen Genossen begeben und sich dort zu einem ganzen Ge- 
schlecht vervielfacht. Als einzelne Figur ist er lest nur in unter- 
geordneten WVerken decorativcr Art auf unsere Zeit gekommen, an 
welchen man immerhin den meisterhaft gedachten Übergang aus den 
Zicgenfiissen in den satyrhaften Menschenleib und die gcistvolle Ver- 
mischung menschlicher und thieriseher Züge im Gesicht studiren kann. 
f (Ein seitwärts ins Affenmüssige gehender Ausdruck in einem gut gear- 
beiteten Köpfchen des Vatieans, Büstenzimmer.)  Zwei grosse Pane als 
gGesimsträger, im Hof des Museo capitolino; eine sehr ehargirte Pans- 
h maske als Brunnenöffnung ebenda, im Zimmer des Fauns.  Häufig ein 
kleiner Pan im Mantel mit der vielröhrigen Hirtenllöte in der Hand, 
ivon drolligem Ausdruck des XVartens und Zusehcns. (In dem ge- 
k nannten Hof; auch im Garten der Villa Albani; derjenige im Garten 
ider Villa. Lndovisi ist ein Werk des XVI. Jahrhunderts, aber nicht 
von Michel Angele, sondern von einem adektirten Nachahmer des- 
selben.)
        

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