Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Sculptur
Person:
Burckhardt, Jacob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1067806
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1068676
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Antike Sculptur. 
Satyrn. 
die sehwellenden Bauchadern u. dgl. in dem grossen Massstab schon 
anieht mehr angenehm. (Ein dritter grosser Satyr, im Faunszimmer, 
bist mehr als zur Hälfte neu.)  Zwei fast identische Statuetten, sprin- 
gende Satyrn mit Klingplatten, sich stark zurückbeugend, im obern 
Gang des Vatieans; vielleicht Nachbildungen eines berühmten Origi- 
vnals. Ein eifriger Bläser der Doppelilöte, kleine Bronze in den Uffi- 
zien, zweites Zimmer der Bronzen, dritter Schrank. 
Bisweilen ist es mehr ein blosses fröhliches Aufspringen als ein 
eigentlicher Tanz, was der Bildner geben wollte. S0 vielleicht in der 
dherrliehen Statuette des Museums von Neapel (grosse Bronzen); 
aufwärts blickend, mit den Fingern der einen Hand in der Luft schnal- 
zend schwebt der nicht mehr junge Gesell mit, ich möchte sagen. hör- 
barem Jubelruf dahin. 
Sehr wesentlich ist endlich das Verhültniss der Satyrn zum Wein, 
dessen Werth, Bereitung und Wirkung an und mit ihnen hauptsäch- 
lich dargestellt wird. (Weinbereitende Genien und Eroten sind in 
der Regel eine spätere, schwächere Schöpfung.) Die Reliefs geben 
den betreffenden Bilderkreis vollständig: wir müssen uns auf die Sta- 
tuen beschränken.  
Schon an der Traube {hat der Satyr seine lüsterne Wonne: er 
hält sie empor und besieht sie mit einem Gemisch von Lachen und 
Begier, das die Kunst gerne raffinirt behandelte. Ein Meisterwerk 
oder sog. Fanno di rosso antieo, in dem Faunszimmer des Museo 
eapitolixio, spät und zur Hälfte neu, aber in den erhaltenen Theilen 
classisch für die Behandlung des Satyrleibes. Eine Wiederholung in 
fMarmor, im grossen Saal desselben Museums; ein gutes Exemplar 
gwiederum in rossn antico, im Gabinetto delle Waschere des Vatieans. 
Andere a. a. O. 
Wenn in diesem Typus die Frechheit des ausgewachsenen Satyrs 
kenntlich vorherrseht, so verknüpfen andere Statuen dieselbe Handlung 
mit einer jugendliehern und edlern Körperbildung und einem harm- 
losern Ausdruck; es sind schlanke, ausschreitende Gestalten in der 
Art des Satyrs mit dem Baechuskind; leider fast sämmtlieh stark re- 
staurirt, doch so beschaffen, dass man ein ausgezeichnetes Urbild ver- 
muthen darf, in welchem ein eigenthümliches Problem elastisch- 
jugendlicher Form und Bewegung schön muss gelöst gewesen sein.
        

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