Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Sculptur
Person:
Burckhardt, Jacob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1067806
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1068652
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Antike Sculptur. 
Satyrn. 
als Episoden einzeln gedacht und behandelt und von den Nachahmun- 
gen gerade dieser Werke sind die Galerien voll. 
Diese sämmtlichen Gestalten haben leisere oder derbere Anklänge 
an das Thierische, ja Bestandtheile von Thicren an sich. Nur so 
wurden sie geschickt zu dem vollkommen wohligen Genuss und zu 
dem endlosen Mnthwillen, in welchem sie sich ergehen.  
Die Hauptsehaar besteht aus Satyrn. (Der römische und italie- 
nische Name „Fann "t kann nur verwirren und wird am besten ganz 
beseitigt.) Ihre Abzeichen sind die mehr oder Weniger bemerkliche 
Stülpnase, die etwas gespitzten Ohren, oft auch ein Schwänzchen und 
zwei Halsdrüsen; als Kleidung etwa ein Thierfell. Allein schon in- 
nerhalb dieser Gattung ist die reichste Abstufung zu bemerken. 
Der edelste, dem Dionysos am nächsten stehende, ist der vom 
Flötenspiel ausruhende, an einen Baumstamm gelehnte (bisweilen be- 
kriinzt); eines der anmuthigsten und beliebtesten Motive der alten 
Kunst, wahrscheinlich Nachbildung des praxitelischen Sa-tyros pe- 
ariboiätos. Das beste römische Exemplar im Museo eapitolino (Zim- 
hmer des sterbenden Fechters); andere gute: im Braccio nuovo des 
cVaticans und in der Villa Borghese (Zimmer des Fanns).  Zwei 
d geringe römische XViederholungcn im Pal. Pitti zu Florenz (inneres 
Vestibul über der flanpttrelape) geben dem Periboeios einen kleinen 
Pan bei, durch welche Znthat die Einsamkeit verloren geht, die fiir 
den geistigen Ausdruck der Figur so wesentlich ist.  Das Über- 
wiegen des Genusslebens zeigt sich beim Periboötos nur in dem vollen 
Rund der Züge und in dem etwas vertretenden läauch, die Maliee 
nur in einem kaum bemerklirhen Zuge des Gesichtes. 
Sein jüngerer Bruder ist der Satyr]: n abe, wvelcher die Flöte 
eben ansetzen oder weglegen will (was der Restaurationen wegen 
selten zu entscheiden ist), angelehnt mit gekreuzten Beinen. Gute 
eExemplare im Braccio nuovo des Vaticans, in der ebern Galerie des 
fMuseo capitolino und anderswo; ein geringeres im runden Saal der 
gVilla Alhani; keines wohl der Anmuth des Originals entsprechend. 
h Ein Fragment in der Galerie zu Parma. (Auch der sog. Amorstorso 
daselbst ist wohl eher von sntyresker Bildung.) Die Satyrknaben und 
Kinder, von welchen einzelne treliliche Köpfe vorkommen, sind theils 
von harmlosem, theils auch schon von nichtsnntzigem, spöttischem
        

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