Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Sculptur
Person:
Burckhardt, Jacob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1067806
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1068618
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Antike Sculptur. 
Ganymed. 
aDarstellung heben andere Statuen mehr den Hirtenknaben oder den 
Mundsehenken hervor; so diejenige des Museums von Neapel (zweiter 
Gang): Ganymed auf den Adler gelehnt und mit ihm sprechend, eine 
bgute Arbeit mit schlecht restaurirter Handbewegung. (In der Nähe 
ein weit schlechterer Ganymed.) Ein anderes, ebenfalls schlecht l'e- 
staurirtes Exemplar in den Ufiizien, erster Gang.  Auch Ganymed 
den Adler tränkend kommt wenigstens in Reliefs vor.  Eine schöne 
ckleine Brunnenstatue mit restaurirten Armen, auf den (nicht vorhan- 
denen) Adler herabschauend gedacht, im Braceio nuovo des Vaticans, 
dam Stamm der Name des Künstlers Phaidimos;  eine unbedeutende 
im Gabiuetto delle Maschere ebenda;  ein sehr schöner Gedanke in 
eeiner mittelguten Statue des obern Ganges ebenda: Ganymed die 
Schale emporreichend; er und der Adler, welcher hier nicht als Hülle, 
sondern als Attribut des Zeus neben ihm steht, schauen aufwärts wie 
zu dem Gott empor. Es ist kein irdisches Aufwarten, sondern ein 
feierliches Kredenzen bezeichnet. (Der Arm mit der Schale neu, aber 
dem alten Ansatz nach wohl richtig ergänzt.) Raphael hat diess 
ähnlich empfunden, im Hochzeitsmahl der Farncsina, wo Ganymed 
sich auf ein Knie niederlässt. 
f Die schöne lebendige Statue kleinem lllassstabes in den Uffizien 
(Halle des Hermaphr.) hat einen Kopf und einen Adler von Benv. 
Cellini, stellte aber wohl ursprünglich Ganymed dar. Bildung und 
Stellung sind von gleicher Anmuth. 
(Kinderstatucn ziehen das Verhältniss zum Adler ins Drollig- 
gKindliehe; so die sehr meisterhaft gedachte des kleinen Ganymed, 
welcher den Adler nach hinten umfasst, im obern Gang des Va- 
tieans.) 
Der Bilderkreis der Götter wird glorreich ergänzt durch Dio- 
nysos, den Gott der hohen Naturwonne. Nachdem ihn die Kunst 
lange als bärtigen Herrscher gebildet (S. 422), erhielt er zur Zeit des 
Skopas und Praxiteies die süsseste Jugend und sein bisher blass hur- 
leskes Gefolge (man vgl. die Satyrn auf den ältern Vasen) eine reiche 
charakteristische Abstufung bis inS Schöne hinein. Ihm, dem reinsten 
Grundton und Mittelpunkt dieses gestaltenreichen Schwarmes (Thia-
        

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