Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Sculptur
Person:
Burckhardt, Jacob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1067806
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1068554
WULP 
Haupt; über dem feinen Unterkleid ein eigenthiimliehes Obergewand, 
welches wahrscheinlich dem aussern Eifect zu Liebe so gebildet ist: 
mit sehr weiter oberer Öifnung, sodass es bei jeder Bewegung auf beide 
Arme herabfallen müsste; von einem schweren Stoffe, welcher so tiefe; 
schattige "Augen" bildet, wie sie sonst kaum an einem antiken Ge- 
wande vorkommen; im Ganzen macht sich der Eindruck wie von 
einem schön (lrapirten Modell geltend. 
Den männlichen Togaiiguren stehen am meisten parallel eine An- 
zahl mächtiger Gestalten von betenden oder opfernden Frauen (Oran- 
tinnen). Weniger Wegen der Ausführung als wegen der vollstän- 
adigen Erhaltung nennen wir hier die ehernc sog. Pietas des Museums 
von Neapel (grosee Bronzen). Das Untergewand tritt sehr beschei- 
den zurück; weit die Hauptsache ist der gewaltige Mantel, welcher 
die ganze Figur sammt dem Haupte ilmwallt. Von den ausgestreck- 
ten Armen klemmt der linke mit dem Ellbogen die beiden Hauptenden 
zusammen, welche hierauf in zwei Zipfcln unterhalb des linken Knies 
auslaufen; ein drittes Ende, dessen innerer Umschlag schön über die 
Brust hinliiuft, fliesst dann über den linken Arm hinunter.  An Mar- 
morexemplaren ist bisweilen die Arbeit besser, das Motiv aber der 
Verstümmelungen wegen unverständlicher.  Gut erhalten, bis auf die 
bHiindc (deren jetzige Restauration allerdings die Orantinn nicht mehr 
erkennen lässt) und die Gewandenden rechts vom Beschauer, erscheint 
eine Marmorfigur dieser Art in derselben Sammlung (Halle des Ti- 
berius), welche man unbedingt den herrlichsten römischen Gewand- 
statuen beizählen darf. Die bronzene Pietas würde daneben ins tiefe 
Dunkel zurücktreten. 
Sehr häufig kommt dasjenige Motiv vor, welches unter den Mu- 
sen vorzüglich der Polyhymnia eigen ist: das Obergewand ver- 
hüllt bereits die linke Seite und den linken Arm, so dass von der 
Hand nichts oder nur Fingerspitzen sichtbar sind; hinten herumge- 
schlagen, soll es mit der erhobenen Rechten eben noch einmal über 
die linke Schulter gelegt werden. (Schön an zwei Statuen junger Rö- 
cmerinnen, vielleicht von der Familie des Balbus, im Museum von 
dNeapel, erster" Gang, und an einer Kaiserin, dritter Gang).  Auch 
ean der sog. Iphigenia, welche in der Kirche S. Gorona zu Vicenza 
neben dem 5. Altar links sich befindet.  Die fiorentinische Priesterin
        

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