Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Sculptur
Person:
Burckhardt, Jacob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1067806
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1068529
Musen. 
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Weiter enthiilt im Museum von Neapel die Halle der farbigena 
Marmore einen sitzenden Apollo Musagetes mit porphyrnem Gewand 
und weissmarmornen Extremitäten. Die spätere römische Kunst liebte 
Solche Zusammensetzungen, schon weil die harten Stoffe und ihre 
Bearbeitung viel Geld kosteten. Wenn das Auge die aus dem Far- 
bencontrast und der Politur entstehende Blendung überwunden hat, 
So entdeckt es in den meisten derartigen Bildwerken, und so auch in 
diesem, eine geistige Leerheit, welche da. ganz am Platze ist, wo der 
Stoff mehr anerkannt Wird als die Form. Diese Buntheit ist eine der 
begleitenden Ursachen des Unterganges der antiken Sculptur gewesen. 
In der darauf folgenden „Halle der Musen" steht Mehrcresb 
unter dieser Kategorie beisammen, was erst durch Restauration und 
willkürliche Deutung deh betreffenden Sinn erhalten hat. So vielleicht 
selbst die treffliche Gewaudstatue, welche hier und anderwärts Poly- 
hymnia heisst u. s. w. Die unzweifelhaften Muscn, z. B. Melpomene 
und die eine Euterpe, sind von ganz geringer Arbeit, mit Ausnahme 
der sog. Terpsichore, in welcher man mit leichter Mühe eine verklei- 
nerte Reduction nach einer jener grandiosen Colossalstatuen erkennt, 
dergleichen die Uranie. in der Vorhalle eine ist. Das hochgcgürtete 
Üntergewand und der langwalleude Mantel sind von ganz ähnlicher 
Anordnung wie bei dieser. 
In den Ufßzien zu Florenz: erster Gang: eine mit Recht oderc 
Unrecht als Urania. restaurirte Statue, mit dem majestätischen Motiv 
des vorn über die Brust, dann über die Schulter geschlagenen, end- 
lich von hinten hervor unter den Ellbogen geklemmten Obcrgevvandes 
(Wie die angebliche Euterpe im Vatican, Galerie). delle Statue). Der 
Kopf schön und echt.  Ebenda, aus derselben Reihe, Kalliope. 
Im Dogenpalast zu Venedig: Gorridojo: zwei Musen vom Theaterd 
V0n Pola, decorative römische Copien nach einem alten griechischen 
Typus, als Karyatiden mit fast geschlossenen Fiissen, symmetrischer 
Haltung, strenger und gewaltiger Bildung. Das ehemalige Motiv der 
Arme zweifelhaft. 
Bei Anlass der Musen sind am besten diejenigen zahlreichen weib- 
lichen Statuen zu besprechen, welche unter dem sehr allgemeinen Na-
        

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