Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Sculptur
Person:
Burckhardt, Jacob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1067806
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1068509
Musen. 
Apollo Musagetes. 
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eholia), sondern ein ruhiges Schweben in geistigem Glück. Diese meist 
feierlich bekleideten Gestalten sind theils beschäftigt, theils ruhend 
und hinausblickend (doch nicht in die Höhe!) gebildet; Wir iinden sie 
sitzend, aufgelehnt, frei stehend, auch feierlich vortretend, meist aber 
Wird Stellung und Draperie so sehr den Ausdruck erhöhen helfen, 
dass man auch ohne den Kopf die Statue für nichts anderes als für 
eine Muse oder doch für ein ursprüngliches Musenmotiv erkennen würde. 
Einzelne Sarkophage, welche die Musen sämmtlich darstellen (einera 
im Museo capitolino, Zimmer der Kaiser) geben uns eine Idee von 
den (unter sich verschiedenen) Statuengruppen, welche das Alterthum 
hervorbrachte und dann wiederholte.  Unter den erhaltenen Statuen 
finden wir zwar vielleicht in Italien keine, welche der Polymnia des 
Berliner Museums oder der Melpomene des Louvre völlig gleichkäme, 
allein doch manche achtungswerthe Exemplare. In der vollständig- 
Sten Gruppe, aus der Villa. des Cassius (Vatican, Sala delleb 
Muse) wird man, was die Arbeit betrifft, Vieles vermissen, allein die 
Schöne Abstufung des Sinnens, ohne alle gewaltsam auffahrende Inspi- 
ration, mit Genuss verfolgen können. Die in der Erfindung liebliehste 
dieser Figuren, die sitzend sich aufstiitzende Euterpe, ist allerdings 
nebst der Urania erst später anderswoher hinzugekommen. (Euterpe 
wird sonst, z. B. in den beiden Exemplaren zu Neapel, stehend mit 
über einander geschlagenen Fiissen gebildet.) 
Dagegen gehört ursprünglich zu dieser Gruppe, und zwar als 
deren bestgearbeitete Figur, der im langen Gewand und wehenden 
Mantel mit der Lyra einher-schreitende, lorbeerbekrönte Ap oll 0 Mu- c 
Sßgete (Copie nach Skopas.) Nirgends tritt Apoll so als Schützer 
und Anführer aller hohen Begeisterung auf wie hier; der allgemeine 
musische Ausdruck eoncentrirt sich in dieser höchst jugendlichen, fast 
Weiblichen Gestalt ganz wunderbar. Er allein ist innerlich und iiusserlieh 
bewegt; bald werden die Musen dem Festreigen folgen müssen, den er 
eben antritt.  Ganz in der Nähe steht wie zur Vergleichung ein 
anderer Musagetes, in welchem Schritt und Gewandung affectirt er- 
Scheinen und der einen ihm nicht gehörenden weiblich bacchisehen 
KOpf trägt. 
In demselben Saal iindet man noch eine Muse in kleinerm Muss-d 
Stab, mit der Bezeichnung als Mnemosyne. Leider hat diese reizend
        

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