Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Sculptur
Person:
Burckhardt, Jacob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1067806
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1068449
Aphrodite. 
Venus genitrix. 
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die Haare mit der Rechten aufzulösen im Begriffe war. Die Aus- 
führung ist vorzüglich schön, doch schwerlich mehr griechisch, die 
erhaltenen Theile des Köpfchens von einem Reiz, der an die Psyche 
von Capua. erinnert. (Nach neuerer Annahme ein praxitelisches Motiv, 
die sog. coische Venus.) _ 
Die spätere Zeit hat noch einige Motive mehr hinzugefügt, die 
weder im Gedanken noch in der Ausführung zu den glücklichen ge- 
hören. Vielleicht strebte z. B. derjenige Bildhauer originell zu sein, 
Welcher die Venus der Villa. Borghese (Zimmer der Juno) bildete,a 
die sich mit dem Schwamme wascht, Während ein Amorin zusieht; 
oder der Erfinder derjenigen kauerndcn Venus, Welche den Delphinb 
am Schweif hält, im Vorsaal der Villa. Ludovisi.  Iläuiig ist das 
Gewand über dem Schooss zusaminengekniipft, lässt vorn die Beine 
frei und dient hinten als Stütze (S. 451, a);  oder die Göttin ist im 
Begriff, es mitlbeirlen Händen um sich zu nehmen. (Beispiele von die-c 
Sen beiden Motiven im Museo Chiaramonti des Vaticans.) 
Das Mütterliche tritt in den bisher genannten Bildungen der Aphro- 
dite nirgends hervor. Mit ihrem Sohne Eros wurde die Göttin kaum 
je zu einer Gruppe verbunden (wenigstens haben wir keine solche). 
Die geflügelten Kinder, welche ihr beigegeben werden, sind Eroten, 
Amorine, nicht Darstellungen des eigentlichen Eros. 
 Ein ganz besonderer Typus aber blieb der mütterlichen Seite der 
Göttin vorbehalten, vielleicht aus alter Zeit stammend, jedenfalls aber 
erst unter den Kaisern häufig wiederholt. In vielen Sammlungen 
(z. B. ganz gut im Junozinuner der Villa Borghese, auf der 'I'repped 
des Museums von Neapel, als Statuette auch im zweiten Gang des- 
Selben, in der Inschriftenhalle der Ufüzien zu Florenz u. a. a. O.)ß 
findet man das Bild einer ganz bekleideten Frau von reifer Schönheit, 
deren Formen durch das dünne, eng anliegende Untergewand deut- 
lißh erscheinen; (las Obergewand zieht sie eben mit dem einen Arm 
vom Rücken herüber, als wollte sie sich verhüllenl). Es ist Venus 
die Erzeugerin (genitrix), die Schützerin des gesetzlichen Fort- 
lßbens der Familie, und zugleich durch Anchises die Ahnfrau des 
Lvä-.. 
 "Aphrodite den Mantel lüftend." [Bin]
        

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