Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Sculptur
Person:
Burckhardt, Jacob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1067806
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1068349
lApoll. 
Apolliuo. 
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als Vertreiber der Erinnyen gedacht  je nachdem man einer Erklä- 
rung beipilichtet  wendet er sich, nachdem sein Pfeil getroffen, mit 
hohem Stolz, selbst mit einem Rest von Unwillen hinweg. (Die de- 
klamatorisch restaurirte rechte Hand möge man sich wegdenken.) 
Wahrscheinlich Nachahmung eines Erzbildes, wie der Mantel andeutet, 
zeigt diese Statue eine Behandlung des Einzelnen, die man am ehe- 
sten der ersten Kaiserzeit zutrauen will und die gegenwärtig nicht 
mehr so mustergültig erscheint, wie zur Zeit Winkelmanns. Einer 
unvergänglichen Bewunderung bleibt aber der Gedanke des Ganzen 
würdig, das Göttlich-Leichte in Schritt und Haltung, sowie in der 
Wendung des Hauptes. (Welches übrigens, der Wirkung zu Liebe,  
weit nach der rechten Schulter sitzt.) 
Noch im Kampfc begriffen, die Sehne des Bogens anziehend  
linden wir Apoll in einer Bronzestatue des Museums von Neapel 
(grosse Bronzen). Hier ist er ungleich jugendlicher, schlank, als 
Knabe, doch mit einem ähnlichen unwilligen Ausdrucke des Köpf- 
chens gebildet. Die schöne Bewegung seines Laufes wird durch das 
über den Rücken und dann vorn über die Arme geschwungene Stück- 
chen Gewand gleichsam noch beschleunigt. 
Am häufigsten repräsentirt ist der Typus des angelehnt ausru- 
henden Apoll, welcher den rechten Arm über das Haupt schlägt und 
mit der Linken meist die Kithara. hält. Dieses Motiv mit seinem fast 
genrehaften Reiz kam, wie wir denken möchten, ursprünglich nur 
einem sehr jugendlichen Apoll zu, und so stellt auch die berühmte 
ilorentinische Statue (Ufi-izien, Tribune), welche mit Recht der „Ap0l- b 
lino" genannt wird, den Gott auf der Grenze des Knaben- und Jüng- 
lingsalters dar. Leider musste dieses WVerk in neuerer Zeit, schwerer 
Verletzungen wegen, einen Kittüberzug annehmen, welcher die echte 
Epidermis völlig verhüllt; allein die praxitelische Schönheit schimmert 
noch deutlich durch. Der Ausdruck des leichtesten Wohlseins ist 
hier mit einem hohen Ernste verbunden, welcher die Gestalt auf den 
ersten Blick von bloss halbgöttlichen Wesen unterscheidet. 
Die lebensgrossen, ja. eolossalen Statuen desselben Motives sind 
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 S0 schhesst man aus der Haltung der Ilaude, den" der "gen 15 n 
erhalten.
        

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