Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Sculptur
Person:
Burckhardt, Jacob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1067806
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1068337
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Antike Sculptur. 
Apoll. 
ades Ktesilaos, in einer Wiederholung des Sosikles, im grossen Saale 
des Museo eapitolino. 
h Eine interessante kleine Bronzewiederholung der Amazone des Phi- 
dias findet sich in den Uffizien (Bronzen, II. Zimmer, 2. Schrank; mit 
restaurirtem Arm.)  
c An der bekannten Statnette des Museums von Neapel (grosse 
Bronzen), welche eine behelmte kämpfende Amazone zu Pferd dar- 
stellt, ist der Typus nur wenig zu erkennen. 
Die Gestalt Apolls wie wir sie aus den Statuen der Blüthezeit 
und deren Nachahmungen kennen lernen, ist das gemeinsame Resultat 
sehr verschiedener mythischer Grundanschaumigen und einer bestimm- 
ten künstlerischen Absicht auf eine Dartsellung des Höchsten. Apoll 
ist ein kämpfender Gott, welcher Ungeheuer und trotzige Menschen 
zerniehtet, er ist zugleich der Gott alles heilvollcn, harmonischen Da- 
seins, dessen Sinnbild und Beihülfe Musik und Dichtung sind; als 
Theilhaber an der höchsten Weisheit gehört ihm auch vorzugsweise 
die Weissagung und deren Ausdruck, die Orakel. Die ausgebildete 
Kunst aber konnte diese Charakterzüge nicht alle einzeln darstellen; 
sie gab als gemeinsames Symbol aller Ordnung und alles Heiles ein 
Bild der höchsten, man könnte sagen, centralen Jugendschönheit, wie 
dies dem Geiste des Griechen gemiiss war. Kithara, Lyra, Bogen und 
Köcher bleiben nur als Attribute; das Wahre Kennzeichen des Apoll 
ist eine Idealform, welche von jeder Spur einer Befangenheit, eines 
Bedürfnisses vollkommen rein ist, und nicht bloss zwischen dem gymna- 
nastischen Hermes und dem weichen Dionysos, sondern zwischen allen 
Göttergestaltcn die höchste Mitte halt. Schlanke Körperformen, mit so 
viel Andeutung von Kraft als die jcdesmalige Bewegung verlangt; ein 
ovales Haupt, durch den mächtigen Loekenbund über der Stirn noch 
verlängert erscheinend; Züge von erhabener Schönheit und Klarheit. 
Von den in Italien vorhandenen Statuen gewähren allerdings nur 
wenige eine volle Anschauung dieses Ideals; die meisten sind römi- 
sche, sogar nur decorative Arbeiten. Doch befindet sich darunter der 
dvaticanische Apoll (in einem besondern Gemach des Belvedere); 
als Sieger über den Drachen Python, vielleicht über die Niobiden, ja
        

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