Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Sculptur
Person:
Burckhardt, Jacob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1067806
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1068316
Antike Sculptur. 
Roma. 
Tyche. 
aBruehstück zu Liebe hinzugearbeitet.  Im Mnseo Chiaramoxlti eine 
Colossalbüste mit eingesetzten Augen und Drahtwimpern, etwas leere 
römische Prachtarbeit. Ebendort ein kleines gutes Köpfchen. In den 
b Büstenzimmern eine vortreffliche grosse Büste. Im Museum von Nea- 
cpel (Ihlle des Jupiter) zwei gute Büsten. 
Von der kricgeriseh gerüsteten Pallas geradezu entlehnt wäre der 
Typus der Göttin Roma, wenn wir die einzige vorhandene Statue 
düber dem Brunnen auf dem Capitol wirklich als solche in Anspruch 
nehmen dürfen.  Ganz sicher ist dagegen das Relief an der Palast- 
cTreppe der Villa Albani; die schlanke, amazonenhafte Roma, in kur- 
zem Gewand bis an die Knie, das Haupt behelmt, thront hier auf 
Trophäen. Bei nicht eben geistvoller Ausführung ist sie als die 
stets rüstige, sprungfertige Siegerin doch glücklich eharakterisirt.  
fDie sitzende Colossalstatue im Garten der Villa Medici soll ebenfalls 
eine Roma sein. 
Bei diesem Anlass sind noch einige andere locale Personiiicationen 
zu nennen. 
Auch die Provinzen Wurden bisweilen an Siegesdenlsmaleu 
charakterisirt. Von grössern Bildwerken dieser Gattung sind uns nur 
g eine Anzahl Ijloehreliefligurcn erhalten (eine im untern Gang des Museo 
Capitolino, eine im Hof des Conservatorenpalastes, mehrere im Museum 
von Neapel, Halle des Jupiter), leblose römische Decorationsarbeiten. 
hAn einem berühmten Altar aus Puteoli (Museum von Neapel, Halle 
des Tiberius) sind vierzehn asiatische Städte als allegorisehe weibliche 
Figuren dargestellt, wobei die Kunst sich begreiflicher Weise sehr auf 
die Attribute stützen musste; überdiess ist der Marmor sehr verwittert. 
 Diess Alles kommt kaum in Betracht neben einer kleinen, wunder- 
isehönen Figur des Vatieans (oberer Gang), welche die Tyche oder 
Stadtgöttin von Antiochien vorstellt. Ganz bekleidet sitzt sie mit 
aufgestücktem Arm und übereinandergeschlagenen Füssen auf einem 
Fels, unter ihr die nackte Halbügur des Flussgottes Orontes. (Nach- 
ahmung eines Werkes aus der Diadoehenzeit.) Hier endlich ist vor 
Allem ein schönes lebendes Wesen dargestellt und die geographische 
Symbolik untergeordnet. In Antiochien, WO das Urbild stand, wusste
        

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