Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Sculptur
Person:
Burckhardt, Jacob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1067806
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1068303
Pallas. 
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die Statur untersetzt, der Helm, in Form eines Thierfelles, wie eine 
Haube anliegend. (Eine schöne kleine Bronze der Ufi-izien: Bronzen, ä 
II. Zimmer, 1. Schrank, zeigt ähnliche AuHassung.) Sehr eigenthiimlieh, 
als "kriegerisches Mädchen, erscheint Pallas in einer schön gedachten, 
aber nur mittelgut ausgeführten Statue der Uflizien (Verbindungsgang);b 
das vortreiflich übergeworfene, mit der Linken an der Hüfte festge- 
haltene Gewand reicht nur bis an die Waden. Der echte, wenigstens 
alte Kopf schaut, seit das Halsstiick neu eingesetzt ist, etwas senti- 
mental aufwärts. 
Die volle Herrlichkeit der Göttin spricht sich jedenfalls erst in 
demjenigen Typus aus, welcher in zwei (nicht sehr von einander ab- 
weichenden) Statuen erhalten ist: der Pallas Giustiniani im Braecioc 
nuovo des Vaticans, und der Pallas von Velletril) in der obern Ga-d 
lcrie des eapitolinischen Museums. In langem einfach gefaltetem Ge- 
wand und Mantel steht sie ruhig da; von den Waffen litt die letzt- 
genannte Statue sogar nur den schlichten hohen Helm und den Speer. 
Ihr länglich ovales Antlitz mit dem strengen Blick und Mund ist bei 
hoher Schönheit weit entfernt von aller Bedürftigkeit, von aller Liebe; 
das unbeschreiblich Klare ihrer Züge wirkt indess doch nicht wie 
Kälte, weil eine göttliche Macht darin waltet, die Vertrauen erregt. 
Gerade die gänzliche Einfachheit der ganzen Darstellung lässt diesen 
Ausdruck so überwältigend hervortreten.  Ob wir hier einen der 
Typen des Phidias oder einen etwas spätern vor uns haben, mag un- 
entschieden bleiben  jedenfalls wird man den" Künstler glücklich 
preisen, der das Wesen der Pallas Athene zuerst so empfand. (Die 
Pallas von Velletri in der Arbeit ungleich; die giustinianische leider 
stark geglättet. Eine ähnliche Figur, von guter römischer Arbeit, 
mit modernem Kopfe, im Pal. Pitti zu Florenz, inneres Vestibul ober- e 
halb der Haupttreppe). 
Eine Menge einzelner Büsten der Göttin halten im Ganzen diesen 
ßPätern, ruhigen Typus fest. Man wird im Braccio nuovo des Vati-f 
cans eine sehr schöne, in der Höhe stehende vielleicht nicht sogleich 
als modern erkennen; der Kopf ist aber in der That einem antiken 
1) Eine andere Pallas von Velletri im Louvre; 
nem rechtem Arm. 
es ist die colossalc mit erhobe
        

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