Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Sculptur
Person:
Burckhardt, Jacob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1067806
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1070974
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Barocksculptur. 
Dogengräber. 
Bildnissmedaillon) und die Schifffahrt, auf dem andern die Abundantia 
maritime und der „Gedanke", ein nackter Alter mit Büchern; über 
den Särgen stehen dgrt S. Franciscus, hier S. Doxninicus; unter dem 
Kuppelrand schweben Engel, in der Kuppel Putten. Und über diese 
Alles ist doch Ein Styl ausgegossen und der Beschauer lässt sich 
Wenigstens einen Augenblick täuschen als gehöre es zusammen. (Das 
aAltarlJild von Carlo Lotti.) 
In Venedig behielten die Dogengräber von der vorhergehenden 
Epoche her die Form grosser Wandarchitekturen von zwei Ordnungen 
bei, nur dass dieselben in noch viel colossalerm Massstab ausgeführt 
wurden. Das Figürliche concentrirt sich hier nicht zu einer allego- 
rischen Sarcophaggruppe, sondern vertheilt sich in einzeln aufgestellte 
Statuen vor und zwischen den Säulen, in Reliefs an den Postamenten 
u. s. w. Ganze Kirehenwände (am liebsten die Frontwand) werden 
von diesen zum Theil ganz abscheulichen Decorationcn in Beschlag 
genommen. Unverzcihlich bleibt es zumal, dass die Besteller, was sie 
an der Architektur ausgaben, an den armen Schluckern sparten, welche 
die Sculpturen in Verding nahmen, sodass die elendestcn Arbeiten des 
bcrninischen Styles sich gerade in den venezianischen Kirchen finden 
b müssen. Eine Ausnahme macht etwa das Mausoleum Valicr im rech- 
ten Seitenschiff von S. Giovanni e Paolo, wofür man wenigstens einen 
der bessern Berninesken, Baratta, nebst andern Geringern in Anspruch 
nahm. (Unter den obern Statuen u. a. eine Dogarcssa in vollem Co- 
stüm um 1700.)  Wie weit das Verlangen geht, überall recht be- 
greiflich und wirklich zu sein, zeigt auf erheiternde Weise das im 
clinken Seitenschifi" der Frari befindliche Grabmal eines Dogen Pesaro 
(i- 1669). Vier Mohren tragen als Atlanten das Hauptgcsimse; ihre 
Stellung schien nicht genügend um sie als Besicgtc und Galcotten 
darzustellen; der Künstler, ein gewisser Barthcl, gab ihnen zerrissene 
Hosen von Weissem Marmor, durch deren Lücken die schwarzinarmor- 
nen Kniee hervorgueken; er hatte aber auch genug Mitleid für sie 
und Nachsicht für den Beschauer, um zwischen ihren Nacken und den 
Sims dicke Kissen zu schieben; das Tragen thäte ihnen sonst zu Wehe- 
Von den Altnrgruppen sind zuerst die frei stehend E11 zu 
betrachten. Die beste welche mir vorgekommen ist, befindet sich in
        

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