Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Sculptur
Person:
Burckhardt, Jacob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1067806
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1070705
Dells. Porta. 
Clementi. 
679 
Pauls III im Chor von S. Peter. Die gewonnene Stylfreiheit iSta 
vortrefflich benützt in der sitzenden Bronzestatue des Papstes, welche 
Guglielmols volles Eigenthum ist; lebenswahr und doch heroisch er- 
höht. Die beiden euf dem Sareophag lehnenden Frauen, angeordnet 
wie die vier Thgeszeitcn auf den Gräbern von S. Lorenzo, sind diesen 
an Bedeutung der plastischen Linien nicht zu vergleichen, allein 
Guglielmo übertraf den Meister wenigstens von der einen Seite, Wo 
ihm leicht beizukommen war, von Seiten der sinnlichen Schönheit. 
Seine "Gerechtigkeit" ist zwar dnrob etwas lüstern und absichtlich 
ausgefallen; die betagte "Klugheit" hat mehr von Michelangelo.  
Im grossen Saal des Pal. Farnese findet man zwei ähnliche Statuemh 
welche wie erste, weniger gerathene Proben derselben Aufgabe aus- 
sehen, jedoch zu demselben Grabmal gehörten und erst bei dessen 
Versetzung an die jetzige Stelle davon weggenommen wurden.  Von 
Guglielmds Bruder Giacomo sind die Grabmiiler der Cap. Aldo-c 
brandini in der Minerva (die G. rechts) Wenigstens entworfen; in der 
Ausführung erinnern sie an Guglielmo. 
Unter den Lombarden, welche von Michelangelo die Richtung 
ihres Styles empfingen, ist nächst Gugl. della Porta ein gewisser 
Prospero Clernenti nicht unbedeutend, welcher hauptsächlich in 
seiner Vaterstadt Reggio um die Mitte des Jahrh. thätig war. Im 
Dom daselbst (Cap. rechts vom Chor) ist das Grabmal des Bisehofsd 
Ugo Rangoni sein Hauptwerk; sowohl die sitzende Statue als die 
beiden Putten am Sarcophag und die zwei kleinen Reliefs (Tugenden) 
an der Basis verrathen den Einfluss lilichelangelds, ja schon den des 
della Porta, allein es ist ein solider Rest von Naivetät übrig ge- 
blieben, der weder arge Manier noch falsches Pathos aufkommen 
lässt. Dann möchte ich dem Clementi, an dem absurd (als colossales 
Stundenglas) gebildeten Grabdenkmal des Ch. Sforziano, gleich links vom 
Eingang, die drei vorzüglich schönen Statuetten des Auferstandenen 
und zweier Tugenden zuschreiben. Sie verbinden die Art der rö- 
mischen Scliule mit einer noch fast sansovinisehen Milde und Massi- 
gung. (Viel geringer und Wohl von anderer Hand das Grab Maleguzzi, 
1583, gegenüber.)  Am Palazzo Ducale zu Modena, beim Portal, dies
        

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